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„Läbigs Lingeriz“: Lingerizer helfen mit ihr Quartier zu verbessern

Freitag, 3. November 2006 in Archiv bis 2007
(Anna Meister) „Läbigs Lingeriz“ heisst eine neu lancierte Aktion. Verschiedene Massnahmen sollen den schlechten Ruf des Quartiers wieder reinwaschen.
Stadtbaumeister Claude Barbey betonte in seiner Rede, dass es wichtig sei, dem in „Misskredit“ gefallenen Quartier wieder einen guten Ruf verleihen zu können. Das Lingeriz-Quartier wurde in den 50er Jahren als Antwort auf die Wohnungsknappheit in der Stadt gebaut. Mittlerweile entsprächen aber viele dieser Wohnungen nicht mehr dem heutigen Standard, sagt Stadtplaner Jürg Iseli. Auch sei schon der Begriff „Ghetto“ gefallen, da viele Ausländer in diesem Quartier wohnten. Der schlechte Ruf, den das Lingeriz schon über die Stadtgrenzen hinaus haben soll, würde von vielen Bewohnern des Quartiers gar nicht wahrgenommen. Im Gegenteil fühlten sich eigentlich die meisten sehr wohl dort und sie seien stolz auf ihr Quartier.
Die Stadt hat nun mit Hilfe vom Kanton Solothurn, dem Bundesamt für Migration, der Rosmarie und Armin Däster Stiftung Grenchen und dem Bundesamt für Wohnungswesen und mit tatkräftiger Unterstützung von Granges Mélanges die Initiative „Läbigs Lingeriz“ ins Leben gerufen. Doch auch die Bewohner des Lingeriz-Quartiers sollen mitreden können. „Damit wollen wir die Bewohner neugierig aufs eigene Quartier machen“, so Iseli. Weitere Ziele dieser Aktion sind Aufwertung der Bausubstanz, eine Anpassung der Wohnungsstrukturen soll vorgenommen werden, sowie Voraussetzungen für eine ausgeglichene Bevölkerungsstruktur, Tempo 30-Zonen sollen demnächst eingeführt werden. Auch sollen die Bewohnerinnen und Bewohner lernen, mit den anderen „fremden“ Kulturen in Harmonie leben zu können. Dies stärke den Zusammenhalt noch mehr.
In Zusammenarbeit mit Vertretern der Hochschule für soziale Arbeit Luzern (HSA) wird nun eine Analyse des Quartiers durchgeführt. Bewohnerinnen und Bewohner des Lingeriz können nach dem Muster „Lingerizer befragen Lingerizer“ Umfragen und Interviews durchführen. Die dabei entstehenden Resultate werden im Winter 2007 an einer öffentlichen Veranstaltung vorgestellt und mit ihnen wird weitergearbeitet.
Um diese Aktion durchführen zu können, ist die Quartierbevölkerung zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung, welche am 7. November, von 19 bis 21 Uhr, im Restaurant Monbijou an der Bielstrasse 120 in Grenchen durchgeführt wird, eingeladen. Wer bei diesem Projekt mithilft, wird an diversen Workshops lernen, wie die Interviews durchgeführt werden und was sonst noch getan werden muss. Ausserdem werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer geschult, um ihre Resultate selber analysieren zu können und diese im Winter 2007 an einer Veranstaltung im Quartier vorzustellen.

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