Ferienpass: Seit 28 Jahren der Garant für eine sinnvolle Beschäftigung
Donnerstag, 12. Oktober 2006
in Archiv bis 2007

Im Lindenhaus lernten die Jugendlichen, wie man so richtig brasilianisch tanzt
Alle Jahre wieder finden Kinder dank der Institution Ferienpass sinnvolle Beschäftigungen während den Herbstferien. Der Grundgedanke ist in der 28-jährigen Geschichte dabei immer derselbe geblieben: Der Ferienpass ist kein Kinderhütedienst der gehobenen Klasse, sondern ein Bildungselement innerhalb der bereits vorhandenen bildungsorientierten Institutionen. Ins Leben gerufen wurde er 1979 von Bruno und Monika Meier, in Zusammenarbeit mit dem Sozialamt. Das der Ferienpass jeweils im Herbst stattfindet, hat seinen Ursprung in der Uhrenindustrie. An die Betriebsferien gebunden, hatten viele Eltern in dieser Zeit gar nicht die Möglichkeit im Herbst Ferien zunehmen. Und so waren die Herbstferien für die Kinder jeweils eine öde Zeit. Kein Wunder fiel der Ferienpass sogleich auf einen fruchtbaren Boden. Im ersten Jahr verplanten über 200 Kinder mit den rund 30 angebotenen Kursen ihre Ferien. Springen wir zurück in die Gegenwart: 2006 umfasst das Angebot 67 Kurse und rund 550 Kinder haben sich dazu angemeldet. Für den Ferienpass verantwortlich zeichnet heute nach wie vor das Grenchner Sozialamt. Nicht zu vergessen sind natürlich die vielen freiwilligen Helfer. Getragen wird die Institution von der Stadt Grenchen. Teil des Ganzen sind auch die Gemeinden Bettlach, Selzach, Lommiswil, Arch und Leuzigen. Die eigentliche Organisation übernehmen dabei vier Frauen. Daniela Lipp und Daniela Zurschmiede stehen in direktem Kontakt zu den Kursleitern, geben Impulse für neue Angebote und sind einfach mittendrin. Der komplette administrative Teil, das Erstellen der Broschüre, die Betreuung des Internets, usw. übernimmt das Sozialamt, bzw. Helga Pacini und Katrin Vollenweider, zwei Mitarbeiterinnen des Arbeitslosenprojektes Netzwerk. Sie haben die Anmeldungen entgegengenommen und können somit sagen, was die diesjährigen Renner sind. „Kurse, die sich rund ums Tier drehen oder wo gebacken und gekocht wird, sind auf besonders grosses Interesse gestossen“, erklärt Katrin Vollenweider. Dazu gehören Ponyreiten, Voltige, Spiel und Spass mit dem Hund und eben Kochen sowie Backen, was vom Netzwerk selber, dem Lindenhaus und dem Mc-Donalds angeboten wird. Früher war es so, dass die Plätze dieser Renner an die ersten Anrufer vergeben wurden. In diesem Jahr erfolgte die Anmeldung jedoch nur brieflich oder übers Internet. Die frühe Anmeldung war zwar immer noch ein Kriterium um einen Platz zu ergattern, aber nicht das einzige. Katrin Vollenweider und Helga Pacini sehen darin eine gerechtere Verteilung, da sie auch darauf geachtet haben, dass die Kinder nicht gleich auf alle Wunschkurse verzichten müssen. Ganz allgemein stellen sie aber fest, dass die Nachfrage das Angebot übersteigt. Im Schnitt besuche aber trotzdem jedes Kind zwei bis drei Kurse.



