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"Schnäppchen": Google schluckt YouTube für 1,3 Mrd. Euro

Mittwoch, 11. Oktober 2006 in Verschiedenes
(Michael Fiala – pressetext.deutschland) Was in den letzten Tagen als Gerücht in den Medien kursiert ist, wurde in der Nacht auf Dienstag bestätigt. Der Suchmaschinenbetreiber Google [http://www.google.com] (Dieser Link bezog sich auf eine alte Version von grenchen.net und könnte unter Umständen nicht mehr besucht werden.) übernimmt die führende Video-Community YouTube [http://www.youtube.com] (Dieser Link bezog sich auf eine alte Version von grenchen.net und könnte unter Umständen nicht mehr besucht werden.) für 1,65 Mrd. Dollar (1,3 Mrd. Euro).
Die Akquisition soll laut Google noch im vierten Quartal 2006 abgeschlossen sein. "Der Preis stellt für Google überhaupt kein Problem dar, da es sich um ein Hundertstel der geschätzten Marktkapitalisierung von Google handelt", so Telekom-Analyst Andreas Schiller von Raiffeisen Research im Gespräch mit pressetext. Dennoch sei es - sofern man es aus der Entfernung beurteilen kann - ein stolzer Preis für ein Internet-Portal, das noch immer keine schwarze Zahlen schreibt, betont Schiller. Die Unabhängigkeit von YouTube soll laut Google nicht angetastet werden. Sowohl der Firmensitz als auch die Arbeitsplätze werden erhalten bleiben, teilte der Suchmaschinenbetreiber mit. Das Videoangebot und die Suchmaschine sollen schon in naher Zukunft eng miteinander vernetzt werden - YouTube-Videos werden demnach in den Google-Suchergebnissen gelistet. "Google und YouTube haben die gleiche Vision, nämlich dass jeder User Video-Content hochladen und der breiten Masse zur Verfügung stellen will. Wir freuen uns natürlich über den Deal", so Google-Sprecher Stefan Keuchel im pressetext-Interview. Keuchel betonte, dass beide Marken unabhängig voneinander bestehen bleiben werden. Um auch die möglichen juristischen Hindernisse einer Übernahme zu überwinden, teilten Google und YouTube kurz zuvor mit, Vertriebsverträge mit der Musikindustrie fixiert zu haben. Immer wieder gab und gibt es rechtliche Auseinandersetzungen, weil Videoraubkopien auf dem Video-Portal abgerufen werden können. So teilte beispielsweise die Universal Music Group am Montag mit, dass man sich mit YouTube über die Verbreitung von Musikvideos geeinigt hätte. Auch mit Warner Music wurde ein ähnliches Abkommen unterzeichnet. Google seinerseits präsentierte Verträge mit Sony BMG und der Warner Music Group. "Die Akquisition passt jedenfalls in das Geschäftsmodell von Google, da beide auf Werbeeinnahmen setzen", so Schiller weiter. Ein gewisses Restrisiko etwa auch durch die teilweise noch ungeklärten rechtlichen Fragen bleibe natürlich bestehen. Synergieeffekte seien laut Schiller nur wenige zu erwarten, "das war aber sicher nicht der Hintergrund dieser Akquisition". Die Google-Aktie zog im Sog der Übernahme kräftig an und erreichte im nachbörslichen Handel mit 432 Dollar den höchsten Stand seit April. Somit stieg der Marktwert des Internetriesen in den letzten beiden Handelstagen um fast vier Mrd. Dollar.

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