Ausstellung Toni Bieli: Ein Rückblick auf 30 Jahre künstlerisches Schaffen
Donnerstag, 31. August 2006
in Archiv bis 2007

Die Jahresblätter dokumentieren Toni Bielis Schaffen der letzten 30 Jahre
Vor dreissig Jahren ging der Grenchner Künstler Toni Bieli zum ersten Mal mit seinen Werken an die Öffentlichkeit. Damals schuf er in Siebdrucktechnik (Serigrafien) nicht grosse Serien, sondern vor allem Unikate, die alle in einem aufwendigen Handdruck entstanden sind. Die Form des Quadrates beherrschte das Schaffen des Künstlers. In vielen Werken lotste er die verschiedenen Möglichkeiten der Zerlegung und Zusammenfügung aus, die in dieser Form verborgen sind.
Trotz konkreten Formen variantenreich
Toni Bieli, der ganz klar der so genannt konkreten Kunst verpflichtet war, führte sein Schaffen zur Perfektion. Was die konkreten Formen an Varianten nicht zuliessen, kompensierte er in Farbkompositionen, schuf neue Dimensionen und lenkte den Blick in vielen Variationen immer wieder auf das Wesentliche, die klar strukturierte Form.
Schaffensperioden einzigartig dokumentiert
An der Ausstellung im Schlösschen Vorderbleichenberg sind die verschiedenen Schaffensperioden des Künstlers in einer einzigartigen Ausstellung dokumentiert. Mit viel Feingefühl haben es Toni Bieli und die Kunsthistorikerin und Kuratorin Pia Zeugin verstanden, wichtige und wichtigste Werke des Künstlers zu vereinen. Besonders interessant ist die Zusammenstellung der 30 Jahresblätter, mit denen Bieli vielfach eine neue Jahresperiode seines Schaffens einläutete.Diese Blätter sind zum ersten Mal in ihrer Ganzheit zu sehen und sind ein einzigartiges Dokument seines Schaffens. Sie zeigen auf, welche neuen Wege der Künstler jeweils zu beschreiten wagte, Wege, die zu einem sichtbaren Resultat – und damit auch zu Exponaten in den weiteren Ausstellungen – oder auch in Sackgassen führten.
Blick nach vorne
„Rückblick und Ausblick“ ist die Ausstellung betitelt und tatsächlich ist neben dem Rückblick auf das vergangene Schaffen des heute 70-jährigen Künstlers auch ein Weg zu erahnen, den Bieli eingeschlagen hat. Seit einigen Jahren schon hat er sich immer mehr von der Form des Quadrates zu lösen begonnen, hat angefangen, die strenge Form zu durchbrechen und neue Weiten auszulotsen. Sehr gut gelungen ist ihm dies mit der Serie zu Jean Nouvels Monolith (Expo.02 auf dem Murtensee). Toni Bieli hat die Form und Gestalt des Monoliths – die ihn nach eigenen Angaben absolut in ihren Bann gezogen haben – immer wieder in seinen Bildern aufleben lassen. Entstanden sind Werke, die durch ihre formale Strenge des Monoliths und die Freiheit der Landschaften, in die der Künstler das Objekt stellt, zu überzeugen wissen.
Weg von der Serigrafie
Seit einiger Zeit hat sich Bieli nun losgelöst von der Serigrafie und hat angefangen, mit dem Rakel zu malen. Ob dies allerdings der neue Weg des Künstlers ist, steht meiner persönlichen Ansicht nach noch nicht fest. In seinen neuesten Bildern ist die Suche nach dieser Ausdrucksform – befreit von fast jeglichem Formalismus – noch stark zu spüren. Und wahrscheinlich wird man erst in einigen Jahren sehen, ob dieser Weg weiterverfolgt werden konnte, oder ob sich auch dies als eine Sackgasse erweisen wird, von der sich der Künstler über kurz oder lang befreien muss.
Die Ausstellung im Schlössli Vorderbleichenberg (Biberist) ist noch bis zum 17. September zu sehen. Am Sonntag, 10. September, findet in den Räumen des Schlösschens um 10 Uhr zudem ein öffentliches Matinéekonzert mit Turo Grolimund (Flöte) und Robert Flury (Klavier) statt.



