Die Kinderkrippe Märlihus feiert den 100. Geburtstag
Dienstag, 22. August 2006
in Archiv bis 2007

Das Programm der "Geburtstagsparty" hält so manchen Höhepunkt parat: Um 14 Uhr ist der Auftakt mit Kaffee und Kuchen im Höfli der Krippe. Bis 17 Uhr finden Aktivitäten für Kinder von 3 - 10 Jahren (Doppelturnhalle Nordbahnhof) statt und von 15 bis 16.00 Uhr steht Singen mit Christian Schenk auf dem Programm. Um 18 Uhr beginnt das Spaghetti Festival Gottardo, gefolgt von einem Dessertbuffett mit Kaffee. Für Überraschungen sorgt die „Gnömli-Bar“ mit der Hintergrund-Video-Show „Märlihus Life“. Eine Tombola und eine Amerikanische Versteigerung von kunstvoll gestalteten Kinderstühlen runden die ganze Veranstaltung ab.
Die Kinderkrippe unter der Lupe
Nach dem Rückzug der Ingenbohler Schwestern im Frühling 1984 übernahm Sil Franz im Auftrag der Gemeinde Grenchen die Leitung der Krippe. Heute betreut sie gemeinsam mit fünf andern Fachfrauen, dies im Rahmen eines Arbeitspensums von 400 Prozent, drei Lehrfrauen und zwei Praktikantinnen an die 43 Kinder im Alter zwischen 2 Monaten und 7 Jahren.
Wichtige Änderung anno 1989
1989 nahm Sil Franz eine wichtige Änderung vor, indem sie die altersdurchmischten Gruppen einführte. Diese funktionieren nach dem in "normalen" Familien gängigen Prinzip: die kleineren Kinder lernen von den grösseren Kindern und umgekehrt. Seit 17 Jahren gibt es daher die zwei altersdurchmischten Gruppen „Chrötli“ und „Fröschli“ mit Kindern im Alter von 2 bis 7 Jahren, während die Bebes und Kleinkinder, 2 Monate bis 2 Jahre, in einer Kleingruppe zusammengefasst sind, liebevoll "Chäferlis" genannt. Von den arbeitenden Eltern äusserst geschätzt ist die Dienstleistung, dass die Kinder bis zum Schuleintritt oder darüber hinaus im Märlihus willkommen sind. Dies inklusive der entsprechenden Ansprüche an die Betreuung, zum Beispiel Begleitung zum Kindergarten.
Schläfchen fast immer willkommen
Die Kinder verbringen ihre Tage im Märlihus mit Rhythmikübungen, Singen, Rollenspielen, Malen, Basteln und vieles mehr. Gezielte Aktivitäten wechseln ab mit Spielen nach eigenen Vorstellungen. Nach dem Mittag begeben sich die kleineren Kinder in die "Liegi" zu einem, zwar freiwilligen, aber beinahe stets willkommenen Schläfchen. Je nach Witterung sind Spielen im Freien oder ein Spaziergang angesagt. Anhand von Bilderbüchern lernen die Kinder Farben, Tiere und Pflanzen kennen. Das Einüben einfacher Kinderlieder mit Schulung des Musikgehörs wechseln ab mit Geschicklichkeitsspielen und freiem Spiel.
Seit 1991 wieder eine eigene Köchin
Zwischen 1984 und 1991 bereitete die Köchin mit einer Hilfsköchin der Krippe „Villa Kunterbunt“ das Essen auch für das „Märlihus“ zu. Seit 1991, nach der umfassenden Renovation der Küche, verfügt auch die Krippe an der Schützengasse wieder über eine Köchin mit einem Arbeitspensum von 50 Prozent.
Verhaltensschwierigkeiten seit 1999 zu registrieren
Gerade in einer Krippe werden die Mängel unserer Gesellschaft sichtbar. Kinder mit Verhaltensschwierigkeiten sind seit 1999 zu registrieren. Hier helfen der geregelte Tagesablauf, das Zusammensein mit anderen Kindern und die Betreuung der Krippenfachfrauen, welche auf die Kinder eingehen. Trotzdem ist es hie und da nötig, die Unterstützung der Heilpädagogischen Früherfassung oder des Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienstes einzuschalten. Grundsätzlich ergänzen Kinderkrippen die familiäre Betreuung und tragen zu einer gesunden Persönlichkeitsentwicklung der Kinder bei. Dafür sorgen die qualifizierten Kleinkindererziehenden, die Förderung der persönlichen und sozialen Fähigkeiten in einer sicheren und geschützten Umgebung, die ausgewogene Ernährung sowie die geregelte Tagesstruktur im guten Wechsel zwischen Aktivität und Ruhe.



