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Großer Erfolg für Venezuelas Öko-Kakao

Mittwoch, 9. August 2006 in Verschiedenes
(Wolfgang Weitlaner/pte) Durch die Umstellung der Kakao-Produktion von konventionellem Anbau hin zu ökologischem hat sich im venezuelanischen Regenwald einiges geändert: Die Kleinbauern verdienen vier Mal so viel für ihre Kakaobohnen wie konventionelle, berichtete BBC-Online.
"Es ist zwar drei Mal so viel Arbeit, da wir die Pflanzungen vor Schädlingen, Insekten und Wetter schützen müssen. Wir verwenden ausschließlich Kompost als Dünger. Der Umstieg hat sich aber gelohnt", so der Bauer Jose Lugo. Täglich muss der Bauer zusätzlich fünf Stunden Zeit für seine drei Hektar aufbringen. Insgesamt bringt ein Kilogramm Kakaobohnen aus ökologischem Anbau sieben Dollar pro Kilo, jene aus kon- ventionellem Anbau weniger als zwei Dollar. Außerdem verkaufen die Bauern die Kakaobohnen direkt an die ausländischen Schokolade-Hersteller, die mehr zahlen als Zwischenhändler in Venezuela.

Der Run auf die Öko-Kakaobohnen ist groß, daher haben sich 50 Familien in Venezuela zu einer Gemeinschaft zusammen- geschlossen. Der Erfolg scheint den neuen Öko-Bauern gut zu tun, denn in den vergangenen drei Jahren ist die Produktion von 20 auf 40 Tonnen angestiegen. Ehe die Kakaobohnen den langen Weg in Richtung Schokoladefabrik antreten, werden sie in großen hölzernen Schachteln sechs Tage lang fermentiert, in der Sonne getrocknet, gereinigt, sortiert, gewogen und verpackt. Die Arbeit für die Bauern ist keineswegs einfach und leicht, vor allem während der Regenzeit, wenn Überschwemmungen die Plantagen bedrohen.

Die Initialzündung für den Ökolandbau bei Kakao ist übrigens direkt von der Regierung gekommen, die zehn Mio. Dollar für die Erforschung und der Ausbildung investiert hat. Auch die EU hat über die NGO Tierra Viva Geld aufgestellt. Das Interesse an Bio-Kakao seitens der amerikanischen, italienischen und französischen Schokoladefabriken ist groß, denn Kakao aus Venezuela genießt ebenso guten Ruf wie Single Malt Whiskys aus Schottland.

Die Hauptanbaugebiete für Kakao liegen an der karibischen Küste und dem Maracaibo-See. Sie haben in den vergangenen Jahren ein echtes Revival erlebt. Vor wenigen Jahren waren in der Region viele Kakao-Plantagen verlassen. Die Gründe dafür waren Missernten und Trockenperioden. Erst in den 1990ern wurde auf Initiative des Briten William Harcourt-Cooze erneut mit den Pflanzungen begonnen.

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