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SWG erneuern Wasserleitungen. Kosten um 20 % gesenkt

Montag, 7. August 2006 in Archiv bis 2007
(Paul-Georg Meister) Mit einem neuartigen Verfahren haben die Städtischen Werke Grenchen die Wasserleitungen in der Tunnelstrasse erneuert. Das Verfahren hat sich bewährt, die Kosten konnten um rund 20 % gesenkt werden. Deshalb soll es nun auch bei weiteren Erneuerungen angewendet werden.
Die rund 12 Kilometer langen Wassertransportleitungen der Städtischen Werke Grenchen (SWG) sind rund 50 Jahre alt. Damals wurden in der ganzen Stadt die Wasserleitungen erneuert und erweitert. Langsam machen sich bei den Graugussrohren „Alterserscheinungen“ bemerkbar, die in den kommenden Jahren ersetzt werden müssen.
„Die Erneuerung erfolgt stufenweise“, erklärt Projektleiter Roland Hofmann von den SWG gegenüber dieser Zeitung, „sie erfolgt je nach Zustand und Wichtigkeit der Leitung.“Eine erste Etappe wurde nun in der Tunnelstrasse realisiert. „Wenn man diese Leitungen auf konventionelle Weise hätte erneuern wollen, wäre dies sehr zeitaufwendig und teuer geworden“, erklärt Roland Hofmann. In diesem Fall hätte man nämlich die Strasse auf der ganzen Länge öffnen und neue Leitungen verlegen müssen, was bei einem Kilometer Länge mit rund 1,3 Mio. Franken zu Buche schlägt.Neues Verfahren angewendetAus diesem Grund haben die SWG ein neues Verfahren angewendet. Bei diesem Verfahren – es nennt sich Compactpipe - werden neue Kunststoffrohre durch die alten, bestehenden Leitungen gezogen. Mit Dampf werden diese Rohre dann erhitzt, sodass sich die zusammengefalteten Rohre ausdehnen und sich inwendig an die alten Leitungen anschmiegen. Der Vorteil bei dieser Methode ist, dass die neuen Leitungen autonom sind, das heisst, wenn die alte Graugussleitung aus irgendeinem Grund defekt geht (Verwitterung, Alter usw.) ist inwendig eine neue Leitung vorhanden, die das Wasser transportiert.Mit diesem Verfahren konnte man viel Zeit und vor allem Geld sparen, ist Hofmann überzeugt, die Strasse musste nicht auf ihrer ganzen Länge geöffnet und neue Leitungen verlegt werden, sondern man musste nur gerade ein paar wenige Einstiegsöffnungen machen, damit die neue Kunststoffleitung eingezogen werden konnte. Ein weiterer Vorteil dieses Verfahrens ist, dass mit den neuen Leitungen der Querschnitt und damit die Transportkapazität kaum verändert werden.Die neuen Kunststoffrohre (Polyäthylen) wurden zum Teil eigens für die Städtischen Werke Grenchen in Deutschland angefertigt, da die Transportleitungen einen Durchmesser von zwischen 300 bis 600 Millimeter aufweisen.Firma aus Deutschland engagiertDie Erneuerung der Wasserleitungen in der Tunnelstrasse wurden von der deutschen Firma Diringer & Scheidel, Hannover, ausgeführt, die in Cham, Kanton Zug, auch eine Schweizer Vertretung unterhält. „Gerne hätten wir natürlich ein Schweizer Unternehmen, oder gar ein Unternehmen aus der Region mit diesen Arbeiten betraut“, gibt Roland Hofmann zu Protokoll, „doch leider war dies nicht möglich.“ Da die Arbeiten ein sehr grosses Fachwissen und vor allem auch äusserst teure und komplizierte Geräte erfordern, gibt es in der Schweiz vorderhand noch keine Firma, die dieses Verfahren anbieten kann, dies, obwohl es bereits auch schweizerisch zertifiziert wurde.Mit der Arbeit der Firma ist man vonseiten der SWG, die dieses Verfahren erstmals eingesetzt hat, mehr als zufrieden. Hofmann: „Die haben sehr professionell, präzise und schnell gearbeitet.“ Er ist überzeugt, dass mit diesem Verfahren Kosten von rund 20 % eingespart werden konnten.Verfahren wir weiter angewendet werdenAufgrund der guten Erfahrungen in der Tunnelstrasse werden die SWG dieses neue Verfahren auch bei den kommenden Erneuerungen der Wasser-Transportleitung anwenden. Wann genau die nächste Sanierung ansteht, ist noch nicht bekannt. Sicher ist, dass im Jahr 2007 die Etappe zwischen Maria-Schürerstrasse und dem Reservoir Studen erneuert werden wird. Doch bei einer 50-jährigen Transportleitung kann immer mal was passieren. Sollte bei einer der noch nicht erneuerten Leitungen ein grösserer Defekt auftraten, würden die SWG natürlich sofort reagieren und dabei würde mit grösster Wahrscheinlichkeit wieder dieses Verfahren angewendet werden. Denn für Roland Hofmann steht fest: „Diese Art der Leitungssanierung hat sich in allen Punkten bestens bewährt.“

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