Projekt „Hilf für d’Lena“ – das richtige Verhalten bei einem Unfall
Sonntag, 6. August 2006
in Archiv bis 2007

Die Szene spielt sich auf einem Spielplatz ab. Es herrscht reges Treiben im Sandkasten, unter dem Baum und auf der Schaukel. Doch plötzlich stürzt Lena vom „Rittigampfi“ und verletzt sich am Kopf. Was nun? Wüssten Sie was tun? Und noch wichtiger: Wie reagieren die anwesenden Kinder? Solche und weitere Fragen haben sich die Grenchnerin Andrea Cueni und Christoph Hurni (Stans) während ihrer Ausbildung zum Rettungssanitäter gestellt, als sie sich an ihre Diplomarbeit „Hilf für d’Lena“ heranmachten.Entstanden ist ein gleichnamiges Buch, welches in Comicform die oben angeschnittene Geschichte von Lena erzählt. Der Sturz von der Schaukel ist dabei der Anfang. Es wird aufgezeigt, wie in dieser Situation reagiert werden muss und dies auf eine Art, die für Kinder verständlich ist. Doch das Buch ist bei weitem nicht alles. Vielmehr ist es die Grundlage für die direkte Arbeit mit Kindern. Bereits in Schulen unterwegsAndrea Cueni und Christoph Hurni waren mit ihrem Projekt bereits in mehreren Klassen. In Grenchen waren es der Kindergarten Hofweg, sowie zwei fünfte Klassen im Eichholz. In Stans besuchten sie den Kindergarten, die erste und die zweite Klasse. Dabei war jedes Mal auch ein Wagen des Rettungsdienstes vor Ort, der denn auch genau unter die Lupe genommen wurde. Die Kinder lernten auf spielerische Weise, wie man ein Pflaster aufklebt, wie man jemanden mit der richtigen Technik in die Seitenlage bringen kann, wer bei einem Unfall zu alarmieren ist und auch die Notfallnummer 114 wurde den Kleinen immer wieder vor Augen geführt. Zusammengefasst wurde den Kindern beigebracht, wie sie sich verhalten müssen, wenn einem Gspänli etwas passiert. Es braucht Gelder„Oftmals wissen auch Erwachsene nicht, wie sie sich bei einem Unfall verhalten müssen“, sagt Andrea Cueni. Und dafür hat sie auch ein gewisses Verständnis, da viele nur einmal im Leben entsprechend geschult wurden: im Nothelferkurs vor der Autoprüfung. „Es ist aber etwas anderes, wenn man bereits im Schulalter an dieses Thema herangeführt wird und es immer wieder vertieft wird“, ist Cueni überzeugt. So ist es auch ihr grosses Ziel – und das ihres Studienpartners - das Projekt an den Schulen weiterführen zu können, jedes Schulhaus und verschiedene Altersstufen zu besuchen. Der bisherige Einsatz passierte jeweils in ihrer Freizeit, unentgeltlich, mit der Unterstützung einiger Sponsoren. Um mit dem Projekt nun aber wirklich Schule zu machen, braucht es Gelder, „zumindest so viel, dass unsere Unkosten gedeckt sind“, meint Andrea Cueni. In Stans wird „Hilf für d’Lena“ bereits im Schulrat behandelt und auch in Grenchen will die 31-Jährige auf politischer Ebene aktiv werden. Das positive Feedback von Eltern, Kindern und Lehrerschaft stimmt sie jedenfalls optimistisch.



