Tourismus-Konzept soll Wirtschaft in Afghanistan ankurbeln
Montag, 31. Juli 2006
in Verschiedenes

Experten sehen im zentralasiatischen Land ein großes Potenzial und arbeiten daran, die Wirtschaft anzukurbeln. Die deutsche Unternehmensberatung für Strategieverwirklichung Iltis ist seit Sommer 2002 in Afghanistan vertreten und arbeitet am wirtschaftlichen Wiederaufbau des Landes.
"Unter dem Motto 'Tourismus als Motor für die wirtschaftliche Entwicklung' hat Iltis Möglichkeiten zur Entwicklung des Tourismus in Afghanistan in diesem Jahr bereits zwei Mal vorgestellt - einmal bei der ITB-Berlin und einmal bei der CMT in Stuttgart", so Sandra Holzherr, Managing Director von Iltis im pressetext-Interview. Das Interesse sei überwältigend gewesen, erklärt die Expertin. "Da zurzeit eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts vorliegt, kann es dabei nicht um die kurzfristige Aktivierung des Fremdenverkehrs gehen. Ziel ist die nachhaltige und mittelfristige Positionierung von Afghanistan als Land, das die Lücke auf der Seidenstraßenroute schließt", beschreibt Holzherr die Pläne. "Reiseveranstalter auf der Seidenstraßenroute, IncomingAgenturen in Afghanistan sowie Informationsdienstleister haben ihr Interesse am mittelfristigen Aufbau des Tourismus angekündigt. Das Ganze mündet in ein Konzept für eine übergeordnete Incomingagentur und einen Masterplan für die Entwicklung des Tourismus in Afghanistan."
Oberstes Gebot zur Stunde sei die wirtschaftliche Weiterntwicklung des Landes. Damit verbunden ist ein besseres Einkommen der lokalen Bevölkerung. Iltis setze daher auf enge Kooperation mit der Regierung in Kabul. So soll vor allem der Aufbau der Infrastruktur in dem vom Krieg zerstörten Land angekurbelt werden. "Derzeit wird fast alles importiert, da die lokal hergestellte Produkte qualitativ mangelhaft sind", so Holzherr. Die Homepage http://www.afghanistan21.com soll als Internetplattform und Expertennetzwerk für die wirtschaftliche Entwicklung dienen. "Wir fördern Unternehmen und wirtschaftliche Strukturen vor Ort und initiieren die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen in Europa und Afghanistan", erklärt Holzherr.
"Es wäre unseriös heute Menschen dazu zu animieren, nach Afghanistan zu reisen. Noch mangelt es an fast allem. Zudem lassen die Sicherheitsverhältnisse zu wünschen übrig", argumentiert Holzherr. Afghanistan ist aber ein Land voller Schönheiten: Zu den Sehenswürdigkeiten zählen etwa Herat mit seiner Freitagsmoschee oder die von den Taliban im März 2001 zerstörten Buddha-Statuen von Bamiyan, deren bestehende Reste von der UNESCO im Juli 2003 zum Weltkulturerbe erhoben wurden. Zu den Highlights zählen auch die Band-i-Amir-Bergseen, in einer Höhe von mehr als 3.000 Metern, sowie die Hauptstadt Kabul mit ihren Basars, Moscheen und Palästen. "Das Potenzial ist da", zeigt sich Holzherr überzeugt. Auch wenn heute eine Reise nicht empfehlenswert sei. "Der Tourismus wird die wertvollen Kulturgüter auch schützen, denn was wir erreichen wollen, ist ein nachhaltiger Fremdenverkehr." An oberster Priorität während der vergangenen zwei Jahre war die Sicherung des Staates und der Gesellschaft, nun folge der Schritt zur Ankurbelung der Wirtschaft, so die Expertin. Auch wenn das Land niemals ein Massentourismusziel werde, gebe es dennoch genügend Gründe die afghanische Kultur kennen und genießen zu lernen.



