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Fachtagung der Gemeinden und Energielieferanten in Bern

Freitag, 28. Juli 2006 in Verschiedenes
(pgm) In der Schweiz müsse noch viel unternommen werden und vor allem dürfe man den administrativen Aufwand nicht unterschätzen, den eine Strommarktliberalisierung mit sich bringe. Diese Ansicht vertrat Hagen Pöhnert, Generaldirektor der Liechtensteinischen Kraftwerke an einer Fachtagung in Bern. Neben der Stromliberalisierung war auch E-Government eines der grossen Themen dieser Tagung.
Rund 600 Fachleute aus Gemeindeverwaltungen und Energieversorger trafen sich auf Einladung und unter der Leitung der St. Galler Softwarefirma InnoSolv AG zu einer Fachtagung im Stade de Suisse in Bern, um sich aus erster Hand über die anstehenden Veränderungen und die damit verbundenen Softwareprobleme informieren zu lassen.Im Zentrum der Tagung der Fachleute der Energieversorger standen die kommende Strommarktliberalisierung in der Schweiz und die damit verbundenen neuen Herausforderungen an die Energielieferanten. Hagen Pönert, Generaldirektor er Liechtensteinischen Kraftwerke, der die Strommarktliberalisierung bereits hinter sich hat, warnte die anwesenden Fachleute davor, den Aufwand einer solchen Veränderung zu unterschätzen. „Wir haben den Aufwand unterschätzt“, unterstrich er, „vor allem im Bereich der Netze.“ Rechnung muss transparent werdenMit der Liberalisierung werden die Kunden eine detaillierte Rechnung erhalten, die aus zwei Komponenten, nämlich der Energie auf der einen und der Netznutzung auf der andern Seite besteht. Wenn mit der Liberalisierung der Kunde neu seinen Strom bei verschiedenen Anbietern einkaufen kann, so werden doch die örtlichen Energieversorger für die Zulieferung der Energie über ihre Netze verantwortlich bleiben. Das heisst, dass sie untereinander eine Möglichkeit schaffen müssen, damit man sich die Nutzung der Verteilnetze gegenseitig verrechnen kann.Die Liechtensteinischen Kraftwerke setzen dazu mit IS-E eine Software von InnoSolv ein, die sich nach Ansicht von Hagen Pönert, im Einsatz bestens bewährt habe. Mit dieser Lösung sei es möglich, die Abrechnungen effizient und vor allem auch für den Kunden transparent zu gestalten. Untermauert wurde diese Aussage durch eine Umfrage, die von den Liechtensteinischen Kraftwerken nach der Liberalisierung bei ihren Kunden durchgeführt wurde, und die den Kraftwerken eine grosse Kundenzufriedenheit attestiert habe.Stromversorgung in Zukunft sicherstellenVon einer grossen Herausforderung sprach auch Rudolf Baumann, Leiter VSE Teilgruppe „Metering Code“. Mit dem so genannten „Metering Code“ soll ein Standard geschaffen werden, der für alle Energielieferanten eine effiziente und qualitativ hoch stehende Messdatenbereitstellung garantiert. Ziel ist es, so Baummann, mit der „Swissgrid“ eine nationale Netzgesellschaft auf die Beine zu stellen, die einen sicheren, zuverlässigen und leistungsfähigen wirtschaftlichen Betrieb des Übertragungsnetzes innerhalb der Schweiz und ins Ausland sicherstellen soll.Die Vision ist, dass damit die bisherigen Netzbetreiber alle dazu erforderlichen Funktionen und Kompetenzen an die nationale Netzgesellschaft „Swissgrid“ übertragen. Damit, so zeigte sich Baumann überzeugt, werde es möglich, die bestehende hohe Versorgungssicherheit in der Schweiz auch nach der Einführung der Strommarktliberalisierung weiter aufrecht erhalten zu können.Die Fachtagung in Bern zeigte deutlich, dass bis zur Einführung des freien Strommarktes noch viel unternommen werden muss, gleichzeitig machte sie aber auch klar, dass vonseiten der Softwarehersteller als auch vonseiten der Energiebetreiber bereits heute viel unternommen wird, damit man für die neue Herausforderung gerüstet sein wird.E-Government als neue HerausforderungDoch nicht nur die Energielieferanten, auch die Vertreter der Einwohnergemeinden wurden in Bern über neue Herausforderungen informiert. Vor allem im Bereich E-Government muss nach Ansicht Willy Müller, Leiter der eCH-Fachgruppe Meldewesen, noch viel getan werden, ehe E-Government voll und ganz operativ tätig werden könne. Derzeit ist die eCH-Fachgruppe Meldewesen mit der Standardisierung im Personenmeldewesen beschäftigt. Da Personendaten in praktisch allen Anwendungen gebraucht werden, dränge sich hier eine Standardisierung geradezu auf, meinte Willy Müller.Die Vision der Fachgruppe eCH ist die Schaffung einer Informationsplattform, in der alle relevanten Personendaten gespeichert sind. „Unsere Vision ist es, dass in Zukunft Personendaten nur noch einmal mutiert werden müssen, um danach allen Interessierten jederzeit aktuell und korrekt zur Verfügung zu stehen“, unterstrich Müller.Bis diese Vision allerdings in die Tat umgesetzt werden kann, müssen noch viele Details geklärt werden, meinte Müller weiter. Dass dabei der in der Schweiz herrschende Föderalismus nicht unbedingt von Vorteil sei, verstehe sich von selbst. Müller zeigte sich aber zuversichtlich, dass eine solche Plattform in Zukunft auch aufgebaut und betrieben werden könne, nicht zuletzt auch deshalb, weil zum einen die Softwarehersteller bereits heute mit grosser Fachkompetenz mithelfen würden, eine solche Plattform zu bauen, zum andern, weil damit die administrativen Kosten wesentlich verringert werden können.Interessante Anregungen und GedankenaustauschDie Fachtagung in Bern war für alle Beteiligten eine Möglichkeit, um sich zum einen über die kommenden Entwicklungen informieren zu lassen, zudem bot sie Gelegenheit zu einem regen Gedankenaustausch unter Fachleuten. Mit ihren Partnern OBT, Talus Informatik AG, Hewlett Packard, Microsoft und PostMail, die an dieser Tagung mit verschiedenen Info-Points präsent waren, wurden Neuerungen gleich vor Ort präsentiert, eine Gelegenheit, die von den anwesenden Fachleuten gerne und rege genutzt wurde.Natürlich kam an dieser Tagung auch das gesellschaftliche Moment nicht zu kurz. Unter anderem mit den Referaten „verschiedener Persönlichkeiten“ wie etwa Christoph Blocher, Moritz Leuenberger, Sepp Blatter, Jean Ziegler und Kurt Furgler – alle witzig dargestellt vom Schweizer Schauspieler und Komiker Walter Andreas Müller.

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