pgm communications
   Hinzufügen zu Google Reader oder Startseite   Hinzufügen zu My Yahoo

Bücker Fly-in auf dem Regionalflughafen Grenchen

Dienstag, 14. Juni 2005 in Archiv bis 2007
Die „Old Eagles“, das Organisationskomitee des internationalen Bücker-Treffens
(pbg) Die Bücker-Flugzeuge sind in den vergangenen 70 Jahren zu einem Synonym für Doppeldecker-Maschinen geworden. Auf dem Regionalflughafen Grenchen kommt es zu einem Treffen dieser legendären Flugzeuge. Über 40 dieser seltenen Doppeldecker sind aus dem In- und Ausland angemeldet.
„Das Fliegen mit einer Bücker ist einfach fantastisch“, schwärmt Paul Misteli aus dem solothurnischen Aetigkofen. Er ist Besitzer eines roten Bücker Jungmann-Doppeldeckers mit dem Übernamen „The Red Ballerina“ und verbringt fast jede Minute seiner Freizeit in und um das Flugzeug. Denn ein fliegender Oldtimer ist eine aufwändige Sache und braucht ständige Pflege. Aber dem passionierten Piloten geht es nicht nur um das Fliegen alleine, sondern auch um die Geschichte dieser Flugzeuge.Deshalb hat er mit weiteren begeisterten Oldtimerpiloten eine lockere Vereinigung ins Leben gerufen, die „Old Eagles – Swiss Bücker Squadron“. Die „Old Eagles“ organisieren nun das erste internationale Bücker-Treffen auf dem Regionalflughafen Grenchen. „Die Reaktion auf unsere Einladung war sehr positiv“, freut sich Paul Misteli. Schon nach relativ kurzer Zeit waren über 40 Anmeldungen registriert. Die meisten Maschinen sind Bücker-Flugzeuge, zudem hat es noch einige weitere historische und interessante Doppeldecker.Grenchen ist der ideale Flughafen, um ein solches Treffen durchzuführen. In der über 70-jährigen Geschichte dieses Platzes waren fast ununterbrochen Bücker in Grenchen stationiert. Bis weit in die siebziger Jahre hinein führte die damalige Schweizerische Luftverkehrsschule die sogenannten „Studenten-Flugkurse“ in Grenchen durch: Auf Bücker-Maschinen wurde die ersten Abklärungen vorgenommen, ob ein Anwärter zur Linienpilotenausbildung zugelassen werden konnte oder nicht. Das war das letzte Mal, dass bis zu sieben und mehr Maschinen auf der Flightline standen. Aber noch heute haben fünf Bücker in Grenchen ihren Heimatflugplatz.Bei gutem Wetter werden die Bücker am Samstag, 18. Juni, aus allen Teilen der Schweiz und auch aus dem Ausland einfliegen und in Grenchen landen. Die Maschinen werden so abgestellt, dass sie vom Publikum gut besichtigt werden können. Allerdings ist gutes Wetter vonnöten, denn die fliegenden Raritäten ertragen Regen und Gewitter nur schlecht.Die Bücker haben tatsächlich eine interessante Geschichte und sind, obwohl ursprünglich ein deutsches Produkt, eng mit der Schweizer Luftfahrt verbunden: Am 27. April 1934 startete Testpilot Joachim von Köppen in Berlin-Johannistal zum ersten Mal mit dem neuen zweisitzigen Doppeldecker-Flugzeug. Es war ein Entwurf des Unternehmers Claus Clemens Bücker und seines schwedischen Chefkonstrukteurs Anders J. Andersson. Das Flugzeug erhielt die Typennummer 131. Da Claus Clemens Bücker im Ersten Weltkrieg Marineflieger gewesen war, gab er seinen Flugzeugtypen Zunamen aus der Welt der Seefahrt. So heisst die Bü 131 noch heute „Jungmann“, was Seekadett bedeutet. 1935 kam noch das einsitzige Schwesterflugzeug, die Bücker 133 „Jungmeister“, hinzu.Die Bücker Jungmann entwickelte sich schnell zu einer Erfolgsstory. Zum einen benötigte die neue deutsche Luftwaffe viele Flugzeuge für die Pilotenausbildung, zum anderen wurde der Zweisitzer bald ein Exportschlager. Die Firma Bücker zog von Johannistal in ein neues Werk, das in Rangsdorf bei Berlin erbaut wurde. Das erste Land, das ausserhalb Deutschland die Jungmann in Lizenz herstellte, war die Schweiz. Der Aero-Club der Schweiz und die Fliegertruppe benötigten ebenfalls Schulungsflugzeuge. Insgesamt wurden gegen 100 Maschinen, die als DO/Bü 131B bezeichnet werden, bei Doflug in Altenrhein mit Teilefertigung bei Farner in Grenchen hergestellt. Die Schweizer Fliegertruppe setzte ab 1936 insgesamt 94 Jungmann und 52 Jungmeister für die Pilotenschulung ein. 1971 wurde die Flotte stillgelegt.Die übriggebliebenen Jungmänner gingen 1972 an den Aero-Club der Schweiz und wurden zumeist mit neuen Motoren versehen. Das erklärt die Tatsache, dass heute noch relativ viele Bücker Jungmann mit dem charakteristischen gelb-schwarzen Anstrich in der Schweiz existieren. Einige Maschinen, die auch in der Schweiz fliegen, stammen aus Spanien. Bei den dortigen CASA-Flugzeugwerken wurde die Jungmann als CASA 1.131 ab 1938 bis in die 60er Jahre in 555 Exemplaren für die spanische Luftwaffe gebaut.
Old Eagles - Swiss Bücker Squadron: Internationales Bücker- und Doppeldeckertreffen bei gutem Wetter. Regionalflughafen Grenchen, 18./19. Juni. Freier Eintritt für die Besichtigung der Flugzeuge. Bitte Signalisation beachten. Mehr Infos unter [www.bueckerfliegen.ch] (Dieser Link bezog sich auf eine alte Version von grenchen.net und könnte unter Umständen nicht mehr besucht werden.)

Kommentare
Ansicht der Kommentare: (Linear | Verschachtelt)

Noch keine Kommentare

Kommentar schreiben

Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA

 
   
  Kommentare werden erst nach redaktioneller Prüfung freigeschaltet!
   
 

Umfragen

Im Kanton Solothurn sollen künftig Autos, die weniger Abgase produzieren, auch weniger Motorfahrzeugsteuern bezahlen. Finden Sie das richtig?
Ja
Nein
Ist mir egal

Archive

Die letzten 5 Kommentare

Zum chatten, internetlen, skypen, Bilderaustauschen usw. sind die Dinger sehr nett! Das meiste geht aber auch mit einem Handy! Und wenn m (...) (zum Artikel)
Ganz so dumm finde ich die Idee doch nicht! Vorallem beim Verkauf von Neuwagen könnte sich das positiv auswirken, weil man sich beim Kauf dann (...) (zum Artikel)
Ist ja klar, denn ein Eee-PC kostet ca. einen Viertel eines Highend-Laptops. Da verkauft man der Internet-enablierten Mutter und Hausfrau zum Su (...) (zum Artikel)
Oekologisierung der Kraftfahrzeugsteuer: Ich finde es schade, dass eigentlich diese neue Regelung an der Oekologisierung vorbeigeht. Denn ain (...) (zum Artikel)
Blödsinn! Nicht die Absicht der Regierung, ein Bonus-Malus System einzuführen, sondern die Verwendung der Energieetikette: Jetzt erhält ein VW (...) (zum Artikel)
Was soll denn das jetzt wieder?! Schnapsidee vom Feinsten. Also erstens mal ist dieser ganze politisch motivierte Hype von wegen Klimawechsel u (...) (zum Artikel)
Klar sind die Winzlinge kleine Weltwunder des technischen Fortschritts. Bloss in den Fachgeschäften wird der geneigte Kunde noch milde belächelt (...) (zum Artikel)