Interview: Anna Messerli über die Feierlichkeiten zum Mazzini-Jubiläum
Freitag, 3. Juni 2005
in Archiv bis 2007

Anna Messerli vor dem Mazzini Denkmal
citynet: Anna Messerli, wie ist Ihr Feedback auf den Mazzini-Monat Mai?
Anna Messerli: Ich bin sehr zufrieden. Die Vandalismus-Akte an den Stationen des Sentiero Mazzini sind jedoch beschämend, und ein paar Anlässe hätten mehr Besucher verdient. Zum Beispiel die Vorträge im Kinderheim Bachtelen, das war interessanter Geschichtsunterricht vom Feinsten.
Dann waren die Vorträge also Ihr persönliches Highlight?
Nein, es gab einfach so Vieles. Beeindruckt hat mich, dass die Gedanken Mazzinis durch alle Veranstaltungen getragen wurden. Themen wie Freiheit, Unterdrückung und das Flüchtlingswesen haben heute an Wichtigkeit sogar noch zugenommen. Besonders gut gefallen hat mir aber der Anlass des Vereins Granges Melanges, mit dem Film Arbëreshë von Hilmi Gashi und Georg Häsler und der anschliessenden engagierten Podiumsdiskussion.Wer wurde von den Feierlichkeiten überhaupt angesprochen?
Es hatte einfach für jeden etwas dabei. Freunde des Volksfestes kamen am Europafest auf ihre Kosten, die Ausstellungen im Kunsthaus, der Kunstvitrine und der Sentiero Mazzini waren für die Kunstinteressierten. Aber auch Geschichtliches wurde im Kultur-Historischen Museum und dem Mazzini Gedenkzimmer aufgezeigt.Wie war das Interesse der Künstler, sich am Projekt zu beteiligen?
Ursprünglich war nur ein Festakt und eine Ausstellung im Kultur-Historischen Museum geplant. Dann aber kamen wir ins Gespräch mit dem Kunsthaus und dem Berufsverband „visarte-so“. Als schliesslich Rainer Walter den Solothurner Künstlerinnen und Künstler über Mazzinis Leben und Wirken erzählte, ist der Funken rübergesprungen. Die italienischen Künstler, die ihre Werke im Kunsthaus präsentierten, waren von Anfang an Feuer und Flamme. Für sie ist Mazzini eine Persönlichkeit, die ihnen bereits während dem Schulunterricht näher gebracht wurde.
Was glauben Sie, haben die Mazzini-Aktivitäten bewirkt und ist etwas in der Bevölkerung hängen geblieben?
Zum einen wurde der Kontakt von Grenchen zu Italien wieder vertieft. Alleine der italienische Generalkonsul von Basel, Silvano Mignano war im Mai drei Mal in Grenchen. Die Bewohner von Grenchen wissen nun, dass Mazzini mehr als nur ein Denkmal und ein Restaurant ist. Und ich glaube, wenn ein Grenchner in Italien auf ein Denkmal oder eine „Via Mazzini“ trifft, wird er stolz sein, dass seine Stadt den Freiheitskämpfer damals aufgenommen hat und ihm Bürgerrecht verliehen hat.Berichte von den Mazzini-Feierlichkeiten finden Sie hier.



