Harte Zeiten für Verbrecher
Dienstag, 26. April 2005
in Verschiedenes

Das derzeitige Standardverfahren zur Ermittlung von Fingerabdrücken ist das Kontrastverfahren, welches in der Behandlung einer Probe durch Dampf, Flüssigkeit oder Puder besteht und so Fingerabdrücke sichtbar macht. Dadurch kann der Fingerabdruck jedoch beschädigt werden. Jene Fingerabdrücke, die auf Oberflächen wie Leder oder auf plastikartigen und faserigen Oberflächen zurückgelassen wurden, waren bisher nur schwer erfassbar.Jetzt können die Kriminalisten mit MXRF Fingerabdrücke auf Textilien, Holz, Leder, Plastik, Klebstoffen, Papier und der menschlichen Haut abbilden. Durch das MXRF-Verfahren können nun auch andere Substanzen im Fingerabdruck aufgespürt werden, die sachdienliche Hinweise für die Ermittlungen liefern. So können die Experten mit Hilfe der neuen Technologie sogar bestimmen, was der Täter zuletzt in seinen Händen hielt. Spuren bestimmter Stoffe, beispielsweise hohe Mengen an Nitrat und Kalium, lassen auf Sprengstoff schließen. Aus den gefundenen Abdrücken können auch DNA-Proben für einen genetischen Fingerabdruck gewonnen werden.MRFX kann jedoch nicht alle Abdrücke aufspüren, denn manche Fingerabdrücke enthalten nicht genügend der zur Identifikation nötigen Elemente. So sind zum Beispiel leichte Elemente wie Kohlenstoff, Stickstoff und Sauerstoff nur schwierig aufzufinden.Ein weiterer Nachteil ist der, dass die Methode derzeit nur in jenen Laboren angewendet werden kann, die mit einem entsprechenden MXRF-Geräten ausgestattet sind. Die Experten rechnen damit, in den nächsten zwei bis fünf Jahren, nach weiteren Verfeinerungen und Verbesserungen des Geräts, den kommerziellen Gebrauch soweit forciert zu haben, dass eine flächendeckende Verbreitung gegeben ist und eventuell tragbare Geräte am Markt sind.



