Vier Fragen an die vier ältesten Gemeinderatskandidaten
Freitag, 15. April 2005
in Archiv bis 2007

Im Uhrzeigersinn: Gertrud Christen, Marlyse Frey, Franziska Haidar-Dörig und René Meier
Fühlen Sie sich nicht schon zu alt, um in die Politik einzusteigen?
Gertrud Christen: Als ich angefragt wurde, ob ich als Gemeinderätin kandidieren würde, habe ich lange überlegt. Zwei Gedanken, die mit dem Alter nichts zu tun haben, waren der Grund für die Zusage. Zum einen war mein Interesse an den politischen Entwicklungen immer sehr gross und weiter kreisen meine Gedanken trotz meiner langen Lebenserfahrung oft um die Bedürfnisse der Menschen in der heutigen Gesellschaft.
Marlyse Frey: Ich fühle mich nicht zu alt um in die Politik einzusteigen, vorher hätte ich mit meiner Arbeit keine Zeit gehabt zu politisieren.
Franziska Haidar-Dörig: Keineswegs! Ich finde eine gewisse Lebenserfahrung positiv für die Politik.
René Meier: Man ist nie zu alt, man hat immer nur mehr Erfahrung! Aus diesem Grund braucht es wie in einer Fussballmannschaft die richtige Mischung.
Welche Chancen rechnen Sie sich aus, gewählt werden?
Gertrud Christen: Natürlich möchte ich gewählt werden, aber mitmachen ist das Eine, gewählt werden das Andere!
Marlyse Frey: Ich würde nicht kandidieren, wenn ich mir keine Chancen ausrechnen würde, ich haben in vielen Sparten Erfahrungen gesammelt und muss auf niemanden Rücksicht nehmen, das heisst, ich muss keine Angst um meinen Arbeitsplatz usw. haben.
Franziska Haidar-Dörig: Ich lasse es auf mich zu kommen.
René Meier: Gute, aber ich bin ja nicht Prophet. Am Bekanntheitsgrad wird es wohl nicht scheitern.
Für was werden Sie sich schwergewichtig einsetzen, falls sich das Grenchner Stimmvolk für Sie entscheidet?
Gertrud Christen: Ein Schwerpunkt für mich ist die Bildung. In der Förderung der Eigenverantwortung der Lernenden muss sich etwas bewegen. Auch müssen Kinderkrippen, Blockzeiten etc. geschaffen werden. Nicht zuletzt durch die Industrie leben in unserer Stadt Menschen aus 85 Nationen mit verschiedenen Kulturen. Ich setze mich ein, dass sich diese Menschen bei uns besser zurecht finden. Verständnis schaffen als ein Beitrag zur Erhaltung des sozialen Friedens.
Marlyse Frey: Schwergewichtig würde ich mich einsetzen, dass wir in Grenchen auch nach dem Jahr 2006 weiter ein Akutspital mit Notfall- und Intensivstation haben. Auch würde ich mich für die jungen Leute einsetzen, welche nach der Lehre keinen
Arbeitsplatz finden, weil es überall heisst, wir brauchen Leute mit Erfahrung, wo sollen diese jungen Menschen die Erfahrung sammeln, wenn man ihnen keine Chance gibt.
Franziska Haidar-Dörig: Ich setze mich schwergewichtig für das Gesundheitswesen ein.
René Meier: Für eine vernünftige Politik in Sachen Miteinander, nicht nur Nebeneinander, für die nötige Toleranz, für zukunftsgerichtete Lösungen, denn die Welt um uns herum bewegt sich vorwärts, nicht rückwärts.
Wieso haben Sie sich für ihre Partei entschieden?
Gertrud Christen: In der freisinnigen Partei habe ich Menschen gefunden, mit denen ich reden und meine Meinung austauschen kann. Die liberale Haltung gefällt mir. Die Themen wie Bildung, Sicherheit, Wirtschaft, Finanzen sind für mich von grossem Interesse. Auch die Sozialwerke sind für unsere Gesellschaft gut und unbedingt notwendig. Ihre Strukturen müssen aber besser aufeinander abgestimmt werden.
Marlyse Frey: Ich habe mich für meine Partei entschieden, weil wir nur gemeinsam etwas für Grenchen machen können. Ich bin sicher, dass die SP, wenn sie zusammensteht in Grenchen etwas bewegen kann.
Franziska Haidar-Dörig: Weil mir die Richtlinien dieser Partei gefallen.
René Meier: Weil mir nichts so suspekt ist wie Ideologien, die das eigene Denken verhindern, nach deren Scheitern dann die Geschichtsbücher umgeschrieben werden.Mehr zu den Grenchner Gemeinderatswahlen finden Sie hier.



