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Kunstvitrine: Virtuelle Horizonte und klare Konstruktionen

Dienstag, 15. März 2005 in Archiv bis 2007
Flötist Daniel Bosshard an der Vernissage
(sgg) Bilder von Beat Julius Müller, Solothurn/Grenchen und Stahlstelen von Franz Josef Bobst, Horriwil, sind zurzeit in einer Ausstellung in der Kunstvitrine in Grenchen zu sehen. Die Ausstellung überzeugt nicht zuletzt auch darum, weil sich die unterschiedlichen Werke der beiden Künstler harmonisch ergänzen.
Bei Doppel-Ausstellungen dominiert vielfach das Werk eines Künstlers über das Schaffen des andern. Nicht so in der Grenchner Kunstvitrine. Mit Beat Julius Müller (Bilder) und Franz Josef Bobst (Stahlstelen) wurde eine in sich abgerundete, harmonische Ausstellung geschaffen, in der die einzelnen Werke der beiden Künstler sehr gut zur Geltung kommen.„Die Stelen von Franz Josef Bobst“, so erklärte Paul-Georg Meister in seiner Eröffnungsansprache zur Vernissage, „bestechen durch ihre klaren und einfachen Formen, die nicht aus Zufall, sondern durch eine klare Konstruktion, ja sogar durch eine Komposition entstehen.“ Seit 40 Jahren arbeitet Bobst mit Metall, schafft Skulpturen, die durch ein interessantes Zusammenspiel von Flächen und Formen, von Schatten und Licht, von schwer und leicht überzeugen und faszinieren. „Man sieht, dass sich Bobst mit seinen Werken auseinander setzt,“ stellte Meister fest, „indem er ihnen eine äussere, sichtbare und eine innere, fühlbare Form verleiht, die in einer stillen, unaufdringlichen Harmonie enden.“Faszinierend sind auch die Arbeiten des Wahlgrenchners Beat Julius Müller. Mit seinen „virtuellen Horizonten“ und den konsequenten „Bild-in-Bild-Situationen“ vermag er Betrachter/innen zu packen. In seiner Ansprache verglich Meister die virtuellen Horizonte mit dem Jura, der in dieser Region Blickwinkel und Empfindungen prägt. „Für uns alle ist ein Horizont Abschluss und Anfang zugleich“, unterstrich Meister, „ein Horizont verändert sich, je nach Standpunkt, je nach Position muss er anders definiert werden.“Sowohl die Bilder von Beat Julius Müller als auch die Stelen von Franz Josef Bobst verlangen nach Auseinandersetzung. Beide, Bilder wie Stelen, sind dekorativ, ohne Dekoration zu sein, Sie zerteilen Raum und Blickwinkel und schaffen so neue Horizonte. Ein Besuch der Ausstellung – das steht fest – kann zu einer interessanten (geistigen) Reise werden. Die Vernissage wurde musikalisch umrahmt von Daniel Bosshard, Santiago de Chile/Zürich, Altflöte.
Ausstellung
Die Ausstellung in der Kunstvitrine Grenchen dauert bis zum 3. April 2005. Die Künstler sind am Sonntag, 20. März 2005, von 14 – 17.30 Uhr anwesend.

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