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200 Jahre Giuseppe Mazzini – Begegnungen in Grenchen

Dienstag, 8. März 2005 in Archiv bis 2007
(Parzival Meister) Der 1872 verstorbene Freiheitskämpfer Giuseppe Mazzini wird am 22. Juni 2005 200 Jahre alt. Vom 30. April bis 29. Mai feiert Grenchen den Geburtstag „seines“ Bürgers mit einem grossen Fest. Auf dem Programm stehen drei Ausstellungen, drei Vorträge, ein Parcours im öffentlichen Raum, eine Schaufensteraktion, ein Sonntagsforum und ein Europafest. 
Der offizielle Start vom Fest „200 Jahre Mazzini – Begegnungen in Grenchen“ erfolgt am Samstag, 30. April 2005, auf dem Marktplatz. Hier beginnt aber schon am Tag zuvor das zweitägige Europafest, welches von fünf italienischen Vereinen auf die Beine gestellt wird. In drei Ausstellungen wird die Verbindung zu Giuseppe Mazzini gesucht. Am 30. April startet das Kultur-Historische Museum mit „Dove sono – Giuseppe Mazzini in Grenchen“. Anhand von Dokumenten aus dem Stadtarchiv wird hier die Zeit des Freiheitskämpfers in Grenchen durchleuchtet und auf Fragen wie „Was dachte er von seinem Zufluchtsort?“, „Wie wurde er aufgenommen?“, usw. eine Antwort gesucht. Wichtige Schriften sind dabei Mazzinis Briefe. „Dank der italienischen Zensur wurden diese kopiert und bis heute erhalten“, erklärt Stadtarchivarin Salome Moser. Zitate aus den Briefen werden zudem die Schaufenster von Geschäften schmücken – 15 Gewerbler haben bis zum jetzigen Zeitpunkt zugesagt.Im Kunsthaus ist am 1. Mai Vernissage der Ausstellung „Arte & Cospirazione, omaggio a Giuseppe Mazzini“. Hannes Luterbacher, Leiter des Kunsthauses, suchte den Kontakt zum befreundeten italienischen Künstler Graziano Marino. Gemeinsam haben sie eine Auswahl an 13 Kunstschaffenden aus Italien getroffen, die sich in ihren Werken mit der Person und dem Leben Mazzinis auseinander setzen. Auch am 1. Mai startet die Kunstvitrine mit „genova – ispirazioni“: Eine Gruppenausstellung von Solothurner Künstlern, die in Mazzinis Geburtsstadt Genua arbeiten oder gearbeitet haben. Die Kunstvitrine will der Inspirationsquelle Genua nachspüren.Der Berufsverband visarte-so, angeführt von Heini Bürkli, lanciert während der Festzeit vom 30. April bis 29. Mai den „sentiero Mazzini“. „Ein sentiero ist ein anregender und entspannender Fussweg“, erklärt Bürkli, „wir machen einen sentiero, der Mazzini gewidmet ist.“ So werden 17 Kunstschaffende einen Stationenweg vom Südbahnhof durch die Fussgängerzonen, die zentral gelegenen Schulanlagen und den Nordbahnhof bis zum Kinderheim Bachtelen gestalten. Sie beschäftigen sich dabei mit der Person Mazzini und seinem Lebenswerk wie der damit verbunden „Asylproblematik“.Im Girard-Saal des Kinderheims Bachtelen werden drei Vorträge über die Bühne gehen. Am 3. Mai referiert Stadtarchivarin lic. phil. Salome Moser anhand Mazzinis Briefen an seine Mutter über seinen Aufenthalt in Grenchen. Am 10. Mai ist Nationalrat Dr. phil. Josef Lang (Zug) zur Gast in Grenchen. Sein Thema ist: „Giuseppe Mazzini als unerwünschter Flüchtling. Die Asylpolitik der Schweiz und ihr Selbstverständnis.“ Prof. Dr. phil. Carlo Moos von der Universität Zürich wird am 25. Mai Mazzinis Ideen und Zielsetzungen erläutern und darauf eingehen, wie die Leute damals und heute über diese urteilten.Eine weitere Aktivität, die es aus terminlichen Gründen nicht mehr in die Festbroschüre schaffte, ist eine Veranstaltungsreihe mit dem Titel: „Auswanderung – Flucht – Heimat / Ein Wochenende im Spannungsfeld von Migration und Integration.“ Dieser Anlass findet am 21. und 22. Mai statt und wird von Granges Mélanges, dem Begegnungszentrum Schloss Waldegg und dem Sonntagsforum organisiert.Das ganze Programm im Überblick finden Sie hier.
Mazzini in Grenchen
In seinem Heimatland Italien wurde Giuseppe Mazzini (1805-1872) verfolgt und gar zum Tode verurteilt. Er machte aus seinen politischen Ansichten kein Geheimnis und erzürnte das Regime mit Propaganda aus dem Untergrund. Mazzini war auf der Flucht, was ihn im September 1834 für über 13 Monate ins Bachtelenbad nach Grenchen führte. Hier fand er die Zeit, seine Gedanken aufs Papier zu bringen – wichtige Schriften entstanden. Mazzini, dessen Aufenthalt in Grenchen lange Zeit geheim blieb, wurde wieder aktiv, anschliessend verraten, verhaftet und des Kantons verwiesen. Grenchen verlieh ihm zwar das Bürgerrecht, die Tagsatzung entschied aber anders und Mazzini musste gehen.

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