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Usgläsni Choscht: Eine Grenchner Erfolgsgeschichte

Montag, 7. März 2005 in Archiv bis 2007
(Paul-Georg Meister) Als man 1980 die 500-jährige Zugehörigkeit des Kantons Solothurn  zur Eidgenossenschaft feierte, liessen sich die Grenchner Wirte etwas Besonderes einfallen. Unter der Ägide von Markus von Büren, er führte damals das Restaurant Commerce in Grenchen, beteiligten sich im ersten Jahr bereits 14 Grenchner Gastbetriebe an dieser Aktion.
Zum 10-Jahre-Jubiläum der Aktion erschien in Grenchner Stadtanzeiger ein Rückblick. Darin ist nachzulesen: "Der Aktion war ein durchschlagender Erfolg beschieden, sodass sich die verschiedenen Wirte auch in den folgenden Jahren daran machten, verführerische Gerichte aus ihren Kochtöpfen zu zaubern. Neben altbewährten, traditionellen Gerichten liess man sich auch immer wieder Neues einfallen, liess die Kreativität walten. Spezialitäten aus Wald, See, Meer und Stall wurden kreiert. Verschiedene Wirte liessen ihren Gästen Köstlichkeiten aus fernen Ländern zu Gemüte führen..."Bereits im zweiten Jahr wurde die Aktion "Usgläsni Choscht" erweitert. Damals, 1981, beschlossen die Wirte, zur 2. Auflage ein Büchlein mit dem Titel "Usgläsni Choscht" herauszugeben. Gestaltet wurde diese Broschüre vom Grenchner Künstler Pierre Amez-Droz, der in diesem Jahr auch die gemeinsame Hülle der Speisekarte gestaltet. Das Büchlein war sicher auch eine Reaktion auf die guten Erfahrungen, die mit der ersten Ausgabe der Aktion in Grenchen gemacht wurden. Im Grenchner Tagblatt vom 29. Juli 1981 ist zu lesen: "An ihrer Sitzung ... äusserten sich sämtliche Wirte positiv zu ihrer gemeinsamen Aktion. Sie hatte unter der Bevölkerung grosses Echo ausgelöst ... Da und dort wird es weiterhin möglich sein "Suure Mocke", "Kalbszüngli", "Spinatpastetchen" und "Selzacher Fleischtopf" zu geniessen."1990: Öffnung zum JubiläumIm Jahr 1990 erfolgte eine erste Öffnung der Aktion, denn neben den Wirten aus Grenchen beteiligten sich in diesem Jahr auch Gastbetriebe aus Bettlach, Selzach, Lengnau und Arch an der Aktion des Wirtevereins Grenchen und Umgebung.Später, als der Wirteverein Grenchen und Umgebung in den Verband Gastro Lebern und später sogar in Gastro-Solothurn Lebern überführt wurde, schadete dies der Aktion "Usgläsni Choscht" in keiner Weise, im Gegenteil, mit der regionalen Erweiterung wuchs auch der Kreis der Wirte, die sich an dieser Aktion beteiligen konnten und wollten.Heuer, im Jubiläumsjahr 2005 wurde der Kreis sogar noch einmal ausgeweitet, zum ersten Mal sind nämlich auch Betriebe aus dem Bezirk Bucheggberg an der Aktion vertreten. "Usgläsni Choscht" hat also längst den Rahmen einer lokalen Aktion gesprengt und ist zu einem regionalen gastronomischen Angebot geworden, das - zeigen die Erfahrungen der letzten Jahre - von den Gästen auch geschätzt wird.Kulinarische WandlungenEin Blick in die Speisekarten der letzten 25 Jahre zeigt, dass in all den vergangenen Jahren Kreativität im Vordergrund gestanden hat. So fand man beispielsweise auf der Speisekarte des Restaurants Commerce im Jahr 1981 Gerichte wie "Chirsegumpisch", ein Erfrischungsgetränk aus Kirschen und Rotwein, das nach einem Rezept aus dem Jahr 1866 hergestellt wurde.Damals wurde vielfach noch recht deftig gekocht. So boten die Grenchner Wirte im Jahr 1982 unter anderem folgende Spezialitäten an: "Bure Wuche", "Schwyzer Chäsfestival", "Ächti Schwyzer Chuchi" und"Chuttle und Suure Mocke" an. Doch bereits in diesem Jahr fand sich  "Fremdes" im Angebot. Es lockten auch libanesische und indische Spezialitäten  und ein Restaurant hatte sogar "Bierfreundliche Spezialitäten" in seinem Angebot.In den folgenden Jahren schliesslich wurde das Angebot immer abwechslungsreicher und exotischer. Ein Blick in die Speisekarten des Jahres 1989 zeigt, dass bereits damals Gerichte angeboten wurden, die eher exotischen Charakter hatten und zu dieser Zeit wohl nur selten in Schweizer Gaststätten zu finden waren. So beispielsweise Spezialitäten aus Brasilien, Argentinien, Mexiko, Indien, Finnland und der Türkei. Sogar Spezialitäten aus den USA und US-Steak-Variationen wurden damals angeboten.Auch Einheimisches ist gefragt
Doch auch Geniesserinnen und Geniesser, die lieber die einheimische Küche vorzogen, kamen damals auf ihre Rechnung. Neben all den Köstlichkeiten aus fernen Ländern wurden in dieser Aktion "Usgläsni Choscht" auch "Schlemmereien aus dem Bielersee", "Neuenburger Küche", "Käse-Plausch" und weitere "Fisch-Spezialitäten" angeboten.Heute präsentiert sich vielfach ein anderes Angebot. Viele Gastronomen haben in den letzten Jahren wieder angefangen, regionale und schweizerische Spezialitäten in ihr Angebot aufzunehmen und  schaffen damit, in einer Zeit, in der man glauben könnte, dass die Schweizer Küche vor allem aus Pizza, Hamburger, Hot Dog und Döner Kebab besteht, einen interessanten und abwechslungsreichen Kontrast zum Fast Food.Interessant ist auch, dass viele ihre Küche und ihre kulinarischen Kreationen wieder nach dem saisonalen Angebot ausrichten. Hier hat in den letzten Jahren zweifellos ein Umdenken stattgefunden, man besinnt sich wieder auf die regionalen Stärken und auf regionale Angebote. Dass die Gäste das zu schätzen wissen, beweisen die Erfolgszahlen der letzten Jahre.Man kann aber nicht von der Aktion "Usgläsni Choscht" sprechen, ohne auch den kulturellen Aspekt dieser Initiative zu würdigen. Während vieler Jahre wurden nämlich die Titelbilder der jeweiligen Speisekarten von Künstlern aus der Region geschaffen, die "Usgläsni Choscht" ist somit nicht nur ein Zeugnis gastronomischen Schaffens, sie ist gleichsam auch eine Symbiose zwischen den "Künstlern der Kochtöpfe" und den "Künstlern der Leinwand" geworden.Plattform für regionale KünstlerEin Blick auf die Speisekarten liest sich denn auch wie ein Palmares des regionalen Kunst- und Grafikschaffens dieser Zeit. So sind unter anderem Namen wie Hanspeter Schumacher, Marc Reist, Nico, Marcel Bavaud, Charly Ris, Pierre Amez-Droz, Bruno "Sauro" Zumstein,  und Fritz Flury zu finden, sicher ein recht repräsentativer Querschnitt des damaligen regionalen Kunstschaffens.Eine ganz wichtige Gruppe darf aber nicht vergessen werden. Ohne sie, wäre die Aktion "Usgläsni Choscht" nämlich gar nie zustande gekommen und ohne sie wäre auch der Erfolg der letzten 25 Jahre gar nicht möglich gewesen.Besonders wichtig für das Gelingen der Aktion sind nämlich die Gäste. Sie alle haben mit ihrem Besuch in den verschiedenen Restaurants die Aktion "Usgläsni Choscht" am Leben erhalten. Mit ihrem Besuch haben sie immer wieder gezeigt, dass sie die Anstrengungen, die Initiative und die Kreativität der regionalen Wirte und Küchenchefs zu schätzen wissen.
Weitere Informationen zu diesem Thema
[Mehr zur Usgläsni Choscht 2005 finden Sie hier] (Dieser Link bezog sich auf eine alte Version von grenchen.net und könnte unter Umständen nicht mehr besucht werden.)Anlässlich des 25-Jahr-Jubiläum hat Gastro Solothurn-Lebern ein Rezeptbuch geschaffen, in welchem nicht nur die teilnehmenden Betriebe, sondern auch besondere Rezepte vorgestellt werden. Das Buch ist für CHF 18.- (zuzüglich Versandkosten) erhältlich bei Gastro Solothurn-Lebern, Postfach, 4500 Solothurn, beim Verlag zur alten Mühle, Postfach 209, 4502 Solothurn oder in Buchhandlungen. ISBN 3-033-00384-2. [citynet LeserInnen können das Buch hier online bestellen.] (Dieser Link bezog sich auf eine alte Version von grenchen.net und könnte unter Umständen nicht mehr besucht werden.)Mehr zum Buch erfahren Sie hier.

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