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Die Wärme wächst im Wald heran

Freitag, 4. März 2005 in Archiv bis 2007
Ein Holzenergiekonzept der Bürgergemeinde verspricht Nutzen für viele
(ak) An einer Orientierungsversammlung der Bürgergemeinde Grenchen wurde für einen alternativen Energieträger die Werbetrommel gerührt. Die Rede ist vom heimischen Holz, das Wärme spendet – und noch vieles mehr. Dass die Idee der Holzenergie auf Neugierde und Zustimmung stösst, zeigt sich an der grossen Zahl Besucher, die an der Versammlung zugegen waren.
Im letzten Jahr wurde die Stadt Grenchen in den „Olymp“ der Schweizer Energiestädte erhoben. Doch damit nicht genug: Die Förderung einer innovativen erneuerbaren Energieform steht in Aussicht: Holz –auch die Wärme aus dem Wald genannt – wird als Energieträger der Zukunft gehandelt. Dass Grenchen dadurch in den Reihen der Energiestädte noch einige Plätze wettmachen könnte, ist dabei „nur“ ein positiver Nebeneffekt.Unlängst bekannt ist die Holzschnitzelheizung des Berufsbildungszentrums BBZ, die als Nahwärmeverbund im Sommer z.B. auch immer die Infrastrukturen der Badi mitheizt. Worauf die Bürgergemeinde sich nun konzentriert ist ein Konzept, das auf breiter Ebene positive Resonanzen für Holzenergie schaffen soll. Darüber hinaus soll sie den politischen Konsens aller Interessengruppen und Involvierten ermöglichen. Für Franz Schilt, den Präsidenten der Bürgergemeinde, ist vor allem viel Überzeugungsarbeit nötig, um dieses Ziel zu erreichen.Dabei versteht sich von selbst, warum die Holzenergie überaus zukunftsträchtig ist. Entgegen vielleicht instinktiven Vorstellungen, dass das Verbrennen von Holz der Umwelt wenig zuträglich sei, ist im Gegenteil das Heizen mit Holz eine überaus ökologische Lösung. Der chemische Vorgang mag es illustrieren. Während seiner Lebenszeit setzt ein Baum Kohlenstoffdioxid (CO2) u.a. in Sauerstoff um. Stirbt und vermodert er schliesslich, so setzt er dabei dieselbe Menge CO2 frei, wie wenn er verbrannt würde. Es entsteht also nicht zusätzliches CO2, der Treibhauseffekt wird somit eingedämmt. Im Gegensatz dazu setzt die Verbrennung von Erdöl oder Kohle Treibhausgase frei. Wird die Verwendung von Brennholz in der Schweiz verdoppelt, was ohne Problem möglich ist, so werden 30 % weniger CO2 freigesetzt. Und das vor kurzem in Kraft getretene Kyoto-Protokoll kommt dadurch auch gleich zur Anwendung: Es verpflichtet die Teilnehmerstaaten, ihren Kohlendioxid-Haushalt zu reduzieren.Ein weiteres wichtiges Argument pro Holz ist die „Graue Energie“: Sie ist definiert als Energie, die notwendig ist, um ein Produkt herzustellen, zu lagern oder zu transportieren. Ein Stamm Holz, der also aus Grenchens Wäldern herangeschafft wird, benötigt weitaus weniger „Graue Energie“ als Erdöl, das importiert werden muss. Die regionale Wertschöpfung wird gesteigert: Bei der Anwendung von Heizholz bleibt jeder Franken in der Schweiz – 60 % bleiben gar in der eigenen Region. Aber auch der ökologische Aspekt ist bedeutungsvoll: Die Vorstellung, es gäbe immer weniger Wald in der Schweiz, dürfte wohl in den Bereich der Ammenmärchen fallen: Das Gegenteil ist wahr – das Wachstum nimmt gegenüber der Rodung überhand. Durch verstärkte Regulation und Kultivierung der Waldfauna können nur Vorteile erwartet werden.Heizungen, die auf der Verbrennung von Holz basieren, gibt es in allen Grössen und für jegliche Bedürfnisse. Stückholz- und Pelletheizungen beispielsweise, eignen sich besonders für Ein- und Mehrfamiliengebäude, währenddem für Nahwärmeverbunde (Quartiersheizungen) sich wie im Falle des BBZ Holzschnitzel als Brennstoff eignen. Christoph Rutschmann, Geschäftsinhaber Holzenergie Schweiz, zeigt sich selbst höchst zuversichtlich. „Man wird neidisch auf die Energiewirtschaft Grenchens blicken“, stellt er als hoffnungsvolle Wende in Aussicht. Eine Prophezeiung, die sich im Rahmen des neuen Holzenergiekonzepts bewähren könnte.

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