Gomm, Fischer, Gassler und Borer standen in Grenchen Red und Antwort
Mittwoch, 23. Februar 2005
in Archiv bis 2007

Die Kandidaten stellten sich den Fragen des Moderators und des Publikums
Rund 40 Interessierte folgten der Einladung der Grenchner Ortsparteien in den Gemeinderatssaal, um vier Regierungsratskandidaten in Aktion zu erleben. Peter Gomm (SP), Klaus Fischer (CVP), Esther Gassler (FdP) und Roland Borer (SVP) stellten sich hier den kniffligen Fragen von Solothurner Tagblatt Redaktor Wolfgang Niklaus und auch denen des Publikums selbst.
Was hat Grenchen davon
Der Grenchner Stadt-Anzeiger wollte wissen, wieso denn ein Grenchner unabhängig vom Interesse an der jeweiligen Partei, für sie stimmen sollte. Kennen die Vier von „ausserhalb“ die Anliegen der Uhrenstadt? Die vier Antworten gingen dabei klar in die Richtung, dass das Potenzial einer Region gefördert werden müsse und alles andere kontraproduktiv wäre. Aber jetzt etwas konkreter: Roland Borer meinte, Grenchen sei mit dem Anschluss an die Autobahn und an den Flugverkehr wie einer in Entwicklung stehenden Industriezone eine Region, die es selber schaffen kann. Er wolle dafür sorgen, dass die Uhrenstadt nicht „bloget“ wird. Peter Gomm ist der historische Streit von Solothurn und Grenchen nicht unbekannt und er ist überzeugt: „Jede Region soll gestärkt werden. Wirtschaftliches Wohl ist für alle ein Gewinn.“ Der Meinung, dass eine gesunde Wirtschaft in Grenchen für den Kanton wichtig sei und man diese fördern müsse, ist auch Esther Gassler. „Ich kenne die Probleme einer Randregion“, sprach Klaus Fischer. Es sei für diese wichtig, auf eine gewisse Selbstständigkeit zu pochen. In der Grenchner Spital-Debatte habe er nie verstanden, wieso man das Potenzial von Grenchen nicht genutzt hat.
SVP in die Regierung?
Ob die SVP in die Regierung muss, war natürlich ein brennendes Thema. Wobei Gesprächsleiter Niklaus die Antwort „Das muss das Volk entscheiden“ nicht dulden liess – aus Esther Gassler holte er bei dieser Frage trotzdem nichts Konkreteres raus. Borers Antwort war verständlicherweise ein Ja, er meinte aber auch, dass die SP mit ihrer Grösse einen Sitz zugute habe. Fischer erklärte erst, dass es hier in erster Linie um die Persönlichkeit und nicht um die Partei gehe, sagte aber: „Borer ist wählbar.“ Auch Gomm wollte nicht direkt werden. Er wies zwar auf die Situation mit Christoph Blocher im Bundesrat hin: „Es ist kein Schritt nach vorne, wenn eine Partei alles „underop“ bringt. Dies führt nur zu Spannungen.“ Fügte aber an: „Wie sich die SVP hier verhält, kann ich natürlich nicht sagen.“Hier noch drei Beispiele aus der Schnellfragerunde: Esther Gassler ist als einzige gegen eine Einbindung der Stadtpolizei in die Kantonspolizei. Der CVP und der SVP Kandidat empfinden die Auflösung des Oltner Strassenstrichs als falsch, da sich die Szene nicht einfach in Luft auflöse und nun unüberschaubar sei. Olten habe keine nationale Aufgabe und die Auflösung würde schliesslich flankierend begleitet, entgegneten die anderen. Für ein auf Gemeindeebene fakultatives Ausländerstimmrecht sprachen sich Gomm und Fischer aus. „Eine Gemeinde sollte dies autonom bestimmen können“, so Fischer, „wenn das Umfeld stimmt, macht es Sinn.“ Für Gassler ist jedoch klar, man könne nicht Bürgerrechte ohne die Bürgerpflichten einnehmen.Nach gut zwei Stunden war der offizielle Teil des Abends vorüber. Nicht wenige suchten aber dann beim Apéro die Chance, das persönliche Gespräch zu den Kandidaten zu suchen.



