(Thomas Hirsbrunner) – Die Grenchner Fasnacht ist eingeläutet. Auf spektakuläre Art und Weise wurde Stadtpräsident Boris Banga an „Hilari“ in eine Burka gehüllt, ins Minarett geschoben und so seiner Macht enthoben. Symbolisch wird die Stadt Grenchen ab sofort von den Narren regiert.
Viele freuen sich das ganze Jahr auf diesen Moment, andere machen sich nicht viel daraus. Die Grenchner Fasnacht hat mit dem heutigen „Hilari“, 13. Januar, offiziell begonnen. Wie es die Tradition will, wurde dazu auch dieses Jahr die Macht vom Stadtpräsidenten Boris Banga auf die Narren übertragen.
Für diesen Akt liessen sich die Fasnächtler wiederum eine spezielle Aktion einfallen: Damit Banga nach der Machtübergabe nicht doch wieder im Stadthaus erscheine, steckten sie den Stadtpräsidenten kurzerhand in eine Burka. Obernarr Thomas Meister begründete diesen Schritt in seiner Rede mit folgenden Worten: „Denn wottsch Du so is Stadthuus goh, duesch mit dr Burka do erschine, de lot Di sicher niemer ine.“
Um sicher zu gehen, dass Banga nicht doch weiter regiert, verfrachteten die Narren den Stadtpräsidenten anschliessend in ein eigens errichtetes Minarett. Dort soll er nun bis Aschermittwoch verharren. Gefeiert wurde die Zeremonie mit einem Zuckerstock, Raketen und Guggenmusik.
Hilari – die Reden
Obernarr:
Liebi Narre s’isch so wiit,
Ab hüt isch wieder Fasnachtsziit.
Vo jetz a isch d’Agenda voll,
Fasnachtstermine, s’isch ganz toll.
Und näbebi regier i d’Stadt,
Bi nie dähei, fingt sie’s ächt glatt?
Denn mini Frau, weiss das no nid,
Mis Motto isch: DASseischereNit.
Das Motto, das regiert jo d’Wält,
Denn fählt im Gsundheitswäse Gält,
Lauft ir Regierig öppis schlächt,
Und het sogar dr Gägner rächt,
Lauft d’Schweinegrippe usem Rueder,
Brucht’s Gält, nid wenig, grad es Fueder.
D’Bevölkerig erfahrt das nid,
Denn s’Motto heisst: DASseischereNiT.
Du Boris hesch’s de aber guet,
Denn Du nimmsch jetze grad dr Huet,
Verlosch im Stadthuus dine Thron,
Kassiersch de trotzdem no dr Lohn,
Losch d’Narre dini Arbeit mache,
Dass d’Gränchner wider einisch lache.
Hesch bis am Aeschermittwuch Frei,
Gniessisch die Ziit, blibsch chli dehei.
Boris Banga:
I gib d’Regierig gärn euch Narre,
Denn Dir zieht super gäng dr Charre.
I cha berueigt ä Usziit näh,
Und Euch do s’Zepter übergäh.
Drum Ober, gib dr jetz d’Plagette,
De chani grad i d’Ferie jette.
Ig weiss, uf Euch do chani baue,
Dir gniesset aui mis Vertraue.
Obernarr:
Im letzte Johr, hett das nid klappt,
I ha Dr Boris scho ertappt:
Am Hilari vor Regierig g‘wiche,
Am nöchschte Tag is Stadthuus gschliche.
Um d’Fäde z’zieh am Stedtlicharre,
Hett kei Vertroue i üs Narre,
Und hingedra no d’Finger dinn,
Dass aues gschäch, i sinem Sinn.
Das, Boris, lö mir üs nümm lo biete,
Mir Narre si doch keini Niete.
Au mir chöi Gränche guet regiere,
Üs muesch Du nid uf d’Finger stiere.
Drum leg se a, die Burka do,
Denn wottsch Du so is Stadthuus go,
Duesch mit dr Burka do erschine,
De lot Di sicher niemer ine.
Mir wie de au ganz sicher si,
Dass Du nid trotzdem doch echli,
Im Büro, i di Compi stiersch,
Und üs de doch no dri regiersch.
Freiwillig blibsch Du nid im Bett,
Drum hei mer do das Minarett.
Dört düe mir di jetz dri versorge,
Das bis am Aschermittwuch Morge.
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