(Sabine Waelti) – Ade lieber Ramschladen gleich um die Ecke. Dein Angebot war winzig, doch wie durch ein Wunder hattest du immer genau das, was ich brauchte.Mein Partner und ich haben vor wenigen Tagen unser geliebtes Quartier verlassen. Wir haben ein neues Zuhause gefunden, das sich langsam, langsam von einem Zügelkisten-Camp in eine Wohnung verwandelt.
Ich habe Abschied genommen von meinen Treppenhaus- und meinen Vor-dem-Laden-Begegnungen. Ade lieber pausenlos redender alter Mann, der mir neulich an einem sonst so traurigen Tag zwei Äpfel schenkte, einfach so. Ade liebe Kaffeklatsch-Kameradin. Ade liebe Verkäuferin, die mich stets zur Konkurrenz schickte, wenn es da billiger war.
Ade lieber Park mit seinen Grillfestli-Gruppen und Volleyballteams, mit seinen Picknick-Familien und Hundespazier-Clubs, mit seinen Bücher-Leserinnen und Musik-Geniessern. Deine Gäste waren so bunt durcheinander gewürfelt, dass man eine Gruppe Aliens auf deinem Rasen hätte Fussball spielen lassen können – und niemandem wäre es aufgefallen.
Ade lieber Gratis-zum-Mitnehmen-Flohmarkt. Noch nie war Zügeln so einfach: Was wir nicht mehr wollten, haben wir bloss vor die Tür gestellt und mit «Gratis. Zum Mitnehmen» beschriftet. Fünf Minuten später war`s weg.
Ade liebe Pflute. Liebe Nachbarskatze, ich weiss, dein Name ist eigentlich gar nicht Pflute. Ich hatte ihn nur falsch verstanden, und da mir Pflute so gut gefiel, nannte ich dich weiterhin so. Ich hoffe, du verzeihst mir.
Ade altes Quartier, hallo neues Quartier. Bereits bin ich daran, neue Leute, neue Büsis sowie neue Alltags-Kleinigkeiten liebzugewinnen.








