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Arbeitslosigkeit: Grenchen und Umgebung als Industrieregion besonders stark betroffen

Themenbild. (Paul-Georg Meister)

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(Ezra In-Albon) – Die Region Grenchen verzeichnet im kantonalen Vergleich die höchste Arbeitslosenquote (wir berichteten). Kurt Boner, Leiter der Sozialen Dienste Oberer Leberberg, erklärt sich dies vor allem dadurch, dass die Region Grenchen und Umgebung eine Industrieregion ist.Verglichen mit dem Vormonat Juli stieg diesen August die Anzahl Stellensuchender im Kanton Solothurn um 85 Personen an. Die Arbeitslosenquote liegt damit weiterhin bei 4.1 Prozent. Anders zeigt sich die Situation in der Region Grenchen. Die Arbeitslosenrate lag dort gemäss Angaben des Kantons bereits im Vormonat bei 7.2 Prozent und somit weit über dem kantonalen Durchschnitt. Ende August lag der Wert bei 7.4 Prozent.

Der grosse Unterschied zu den anderen Regionen wird in einem direkten Vergleich deutlich. Die Region Olten weist mit 5.9 Prozent die zweithöchste Quote auf, die Quoten der Regionen Solothurn (5.7 Prozent), Thal (5.3 Prozent) oder Schwarzbubenland (3.4 Prozent) liegen zum Teil deutlich unter jener von Grenchen.

Kurt Boner, Leiter der Sozialen Dienste Oberer Leberberg (SDOL), in welche das Grenchner Gemeindearbeitsamt eingegliedert ist, zeigt sich wenig überrascht über den Unterschied zu den anderen Kantonsregionen. «Die Region Grenchen wies schon immer eine etwas andere Stuktur  auf als andere Regionen im Kanton Solothurn.» Der jüngste Anstieg sei jedoch mit jenem in den anderen Regionen zu vergleichen, der Unterschied sei in etwa unverändert geblieben. Die erhöhte  Arbeitslosigkeitsrate sei darauf zurückzuführen, dass das Gebiet Grenchen und Umgebung einen hohen Industrieanteil habe. «Industriegebiete weisen speziell in konjunkturschwachen Zeiten eine erhöhte Arbeitslosenquote auf», erklärt Kurt Boner.

Die hohe Quote sei auch für das Gemeindearbeitsamt eine Belastung. «Natürlich ist die Belastung während solcher Krisen ungleich höher als zu Hochkonjunkturzeiten», sagt Boner. Durch die vielen Anmeldungen der Stellensuchenden seien die Kapazitäten des Arbeitsamtes nahe der Überlastung. Er habe nun 80 zusätzliche Stellenprozente beantragt für den Bereich Sozialversicherungen, so Kurt Boner. Dadurch soll zum einen das Gemeindearbeitsamt und zum anderen die AHV-Zweigstelle entlastet werden. Der Antrag wird an der Gemeinderatssitzung vom 20. Oktober behandelt werden.

Auf die zukünftige Entwicklung der Arbeitslosenrate angesprochen, zeigt sich Kurt Boner wenig optimistisch: «Der Druck auf den Arbeitsmarkt wird sicher noch eine Weile anhalten», sagt Boner. Auch wenn viele Konjunkturforscher von einem Aufschwung reden würden, müsse man bedenken, dass sich dieser erst mit einer Verzögerung auf den Arbeitsmarkt auswirken werde. «Mit einem baldigen Wendepunkt können wir momentan nicht rechnen», stellt Boner fest.

Ähnlich nüchtern beurteilen die Personen, welche an einer Umfrage von  www.grenchen.net teilgenommen haben, die Situation. Von den Teilnehmenden glauben nur gerade 9 Prozent, dass sich die Situation bis Ende Jahr verbessern werde. Demgegenüber stehen 58 Prozent, welche der Meinung sind, dass sich die Situation sogar noch verschlimmern werde. 21 Prozent gehen davon aus, dass die Situation unverändert bleibe. 12 Prozent gaben keine Prognose ab und antworteten mit «weiss ich nicht».

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1 Kommentar zu Artikel “Arbeitslosigkeit: Grenchen und Umgebung als Industrieregion besonders stark betroffen”

  1. Skeptisch sagt:

    Naja..ob wirklich immer die schlechten Zahlen der Wirtschaftslage daran Schuld sind bezweifle ich ein wenig.Wenn die Arbeitslosen(auch Langzeit) nach Grenchen geholt werden um ein grosses und gut ausgebautes Netzwerk zu betreiben hat das bestimmt auch einen grossen Einfluss auf unsere Quote.Vielleicht sollte man dieses auch einmal hinterfragen?!?!
    Warum hat es im Kanton Solothurn hunderte von Stellenangeboten und trotzdem so viele Arbeitslose?
    Meine Meinung: das Geld fliesst oft zu rasch und viel zu einfach! Wir werden sehen……

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