
Paul-Georg Meister
(Paul-Georg Meister) – Liebe Kolleginnen und Kollegen des Solothurner Tagblatts, “dir heit’s würklech guet g’macht!” – Und dafür danke ich euch von ganzen Herzen, auch wenn heute die letzte Ausgabe der Zeitung erscheint, für die ihr viel Herzblut und so manchen Schweisstropfen vergossen habt.
Der Entscheid wurde anderswo gefällt, nämlich in der Teppichetage des Medienunternehmens Tamedia: Das Solothurner Tagblatt erscheint heute Samstag das letzte Mal. (Siehe Bericht).
Auch wenn man den Entscheid wirtschaftlich verstehen kann, so ist es doch sehr schade, dass die zweite grosse journalistische Stimme im Kanton Solothurn verstummt.
Ich habe das Solothurner Tagblatt von seiner ersten bis zur letzten Ausgabe begleitet, oder besser gesagt, das Tagblatt hat mich begleitet. Als ehemaliger Ressortleiter bei der Berner Zeitung war ich mit Aufmachung und Philosophie des Blattes vertraut.
Grosse Freude hatte ich an den journalistischen Leistungen der Redaktion. Viele Male hat das Solothurner Tagblatt Massstäbe gesetzt, man konnte Primeure vorweisen und die Leserschaft mit interessanten, neuen und ungewöhnlichen Themen überraschen. Dann und wann war auch die Konkurrenz schneller und besser – aber was soll’s. So muss es sein, das ist Wettbewerb und Meinungsvielfalt.
Besondere Massstäbe hat das Solothurner Tagblatt auch in fotografischer Hinsicht gestellt. Die Fotograf/innen des Tagblatts haben immer wieder mit ungewöhnlichen Blickwinkeln überrascht.
Am Montag nun wird kein Tagblatt mehr auf meinem Zmorge-Tisch liegen. Irgendiwe kann ich mir das gar nicht vorstellen.
Liebe Kolleginnen und Kollegen der Redaktion. Ich werde eure Artikel und Bilder vermissen. Schade, dass es das Tagblatt nicht mehr gibt. Vielleicht sehen und lesen wir uns irgendwo, irgenwann, irgendwie an anderer Stelle wieder. Ich kann nur sagen: “Adios – Dir heit’s würklech guet gmacht”.
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