(lwg) – Während 22 Jahren präsidierte Carlo Crivelli den Trägerverein des Kinderheims Bachtelen. Der Heimverein, die Trägerorganisation des Bachtelen, wählte zu seinem Nachfolger Andreas Kummer. Ferner genehmigte die GV Rechnung, Budget und die verschiedenen Berichte und erteilte dem Vorstand den Auftrag, die Fusionsverhandlungen mit dem Heilpädagogischen Dienst weiterzuführen.
Heimleiter DR. Karl Diethelm würdigte die erfolgreiche und zukunftsorientierte Arbeit im Dienste der Institution, welche Carlo Crivelli während 22 Jahren leistete. Die Versammlung wählte Andreas Kummer, lic. jur. zum neuen Präsidenten.
Zur Person: Geboren am 9. Dezember 1965 in Grenchen. Anwalt und Notar, Studium der Rechtswissenschaften in Frybourg (1986 – 1992) Anwaltpraktika im Staate Solothurn (1992 – 1993); Juristischer Mitarbeiter der UBS Solothurn (1994 – 1996) Patentierung zum Solothurnischen Rechtsanwalt und Notar (1996); Rechtskonsulent der Santésuisse Solothurn (1996 – 2000), Rechtsanwalt und Vizedirektor bei der BDO Visura Solothurn (2000 – 2006) Rechtsanwalt beim Sicherheitsfonds BVG Bern (2006 – 2009); seit 2009 Partner der Anwaltskanzlei BK Brühweiler & Kummer; Gemeinderat (CVP) seit 2009. Seit 1997 gehörte Andreas dem Vorstand, resp. dem leitenden Ausschuss der Institution an.
Er war ein Baumeister des modernen Bachtelen
Nur ein richtiger „Baumeister“ sei in der Lage gewesen, die doch beachtlichen Umbauarbeiten am Äussern und Innern des Kinderheims Bachtelen zu leisten, sagte Heimleiter Dr. Karl Diethelm in seiner Würdigung der langen und treuen Dienste des scheidenden Präsidenten, Carlo Crivelli. In diesen 22 Jahren seien zahlreiche pädagogische und organisatorische Neuerungen und Anpassungen an die Zeit vorgenommen worden. Diese habe Präsident Crivelli in vorbildlicher Art mitgetragen und massgebend gestaltet. Das Bachtele sei ihm sehr dankbar.
Eine prägende und mitgestaltende Rolle übernehmen
In seinem letzten Jahresbericht stellte Präsident Crivelli fest, dass das Kinderheim in der Öffentlichkeit neu unter der Bezeichnung „Sonderpädagogisches Zentrum für Verhalten und Sprache“ auftrete. Mit diesem neuen Namen wird deklariert, dass die Institution bereit ist, eine prägende und mitgestaltende Rolle im Sonderpädagogischen Bereich zu übernehmen. Mit der Schaffung einer Lehrlingswohngruppe für junge Frauen, dem „Foyer Jeunes Femmes“ wird eine Lücke geschlossen. Weiter finden Fusionsverhandlungen mit dem Heilpädagogischen Dienst in Solothurn statt. Finden diese einen glücklichen Ausgang, vermag Bachtelen als Sonderpädagogisches Fachzentrum die notwendigen Angebote im Altersbereich 0 bis 20 zu erbringen. Dieses Angebot stellt an alle Beteiligten eine anspruchsvolle Herausforderung an. – Schliesslich wies Präsident Crivelli auf die verschiedenen Bauarbeiten hin.
Konkordat Sonderpädagogik in Vorbereitung
In seinem Jahresbericht wies Heimleiter Karl Diethelm auf folgende wichtige Details hin: Auf Bundesebene arbeite man gegenwärtig an einem Konkordat im Sonderpädagogischen Bereich. Dieses soll auf Ende 2010 ratifiziert werden und beinhaltet eine Vereinheitlichung verschiedenen Teilbereiche. Das Sonderpädagogische Zentrum Bachtelen hat sich diese neuen Standards bereits zu eigen gemacht.- Heimleiter Karl Diethelm stellt ferner fest, dass die Nachfrage für Tagesstrukturen für Sonderschüler stark zunehme. Dazu sagt er: „Wir haben deshalb beschlossen, die „Sonderschule für Sprache und Kommunikation“ konsequent als Tagesschule mit integriertem Mittagessen zu führen.“ – Am 1.August wird das „Foyer Jeunes Femmes“ eröffnet.
Das Geschäftsjahr 08 in Zahlen ausgedrückt
Im Bachtelen wurden im Verlauf des Berichtsjahres an den beiden Schulen zusammen 152 Kinder betreut. Weitere 40 Schüler besuchten die Tagessonderschule in Solothurn und schliesslich erhielten fünf integrierte Sonderschüler Unterstützung durch Fachleute aus dem Sonderpädagogischen Zentrum.. Acht Jugendliche wurden im Lehrlingsfoyer Ermitage betreut. Von den am 31. Dezember registrierten Schülerinnen und Schüler stammten 157 aus dem Kanton Solothurn. 53 Jugendliche wurden zusätzlich vom Psychologischen Dienst im Bachtelen betreut. Weitere 110 Kinder erhielten zusätzliche Unterstützung in Logopädie und Psychomotorik. Damit nicht genug: In den vier Ambulatorien der Sonderschule für Sprache und Kommunikation wurden noch einmal 158 Kinder und Jugendliche betreut.
Die Jahresrechnung schliesst bei einem Aufwand von 18′665 Mio. und einem Ertrag von 4,878 Mio. mit einem Fehlbetrag von 13,787 Mio. ab. Dieser Betrag wird nun von den Kantonen der Kinder und vor allem vom Kanton Solothurn übernommen. Dieser Betrag liegt um weit über 0,2 Mio. unter dem seinerzeitigen Budget. Zu erwähnen bleibt, dass das Bachtelen 187 Frauen und Männern Arbeit bietet. Davon sind 17 Personen in Ausbildung.
Neue und bisherige Vorstandsmitglieder gewählt
Als neue Vorstandsmitglieder wurden gewählt: Hansjörg Boll, Stadtschreiber Solothurn und Claudia Hirt – Crivelli. In der Stadt Solothurn führt das Bachtelen bereits seit einigen Jahren die Tagessonderschule (TASO). Mit Stadtschreiber Boll wird die bereits gut angelaufene Zusammenarbeit mit Solothurn verankert. Zudem ist hier der Aufbau zusätzlicher Angebot geplant.
Enge Zusammenarbeit mit Hochschulen garantiert
Traditionsgemäss und aus aktuellen Gründen befasst sich der Jahresbericht nicht allein mit Aussagen zur Chronologie der Jahresereignisse und statistisch erfassbaren Tatsachen, sondern wird zu Aussagen über neue und wegleitende sonderpädagogische Erkenntnisse genutzt. Heimleiter Karl Diethelm unterstreicht in seiner Arbeit über die wissenschaftliche Forschung in der Institution die Notwendigkeit, Nutzen und Qualität der sonderpädagogischen Angebotes zu untersuchen. Der Rückzug der IV aus der Finanzierung sonderpädagogischer Einrichtungen, führt dazu, dass Antworten auf die Fragen nach Finanzierbarkeit der Angebote, nach dem Zweck und Sinn der stationären Betreuung gegeben werden müssen. – Die Ergebnisse dieser wissenschaftlichen Arbeiten soll eine Verfeinerung der heutigen Strukturen aber auch eine Qualitätsverbesserung im umfangreichen Angebot erreicht werden.
Im Berichtsjahr wurden zwei wissenschaftliche Untersuchungen durchgeführt, die zu zwei interessanten Arbeiten von Matthias Mejeh (Uni Koblenz-Landau) und Edith Maud Piller (Fachhochschule Nordwestschweiz), die im Jahresbericht gedruckt sind.
Ähnliche Beiträge
Tags: bachtelen, crivelli, cvp, gemeinderat, grenchen.net, kinderheim, kummer, trägerverein, verein








