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Kolumne: Murphy’s Polygamie

Anna Meister

(Anna Meister) – Liebe Sabine, Murphy scheint nicht nur dich extrem gerne zu haben, wie du vor ein paar Wochen in einer Kolumne geschrieben hast. Offenbar hat er es ziemlich auf Frauen abgesehen. Ich habe auch schon einige «tolle» Sachen im Urlaub erleben dürfen. Einige davon möchte ich hier nun schildern:
Vor etwa drei Jahren bin ich mit einer guten Freundin für zehn Tage nach Irland gereist. Wir wollten eine kleine Rundreise, vor allem durch den Westen der grünen Insel machen und uns dabei die bekanntesten Sehenswürdigkeiten ansehen. Doch bereits auf einer der ersten Stationen unserer Rundreisen kam das erste Problem. Bevor wir jeweils in die ausgesuchte Stadt fuhren, reservierten wir in einem Bed and Breakfast in Galway ein Zimmer mit zwei Betten drin. Meine Freundin rief also im ausgesuchten B&B an und reservierte das Zimmer. Wir sprechen beide fliessend englisch, daher haben wir, so weit wir uns erinnern können, ein Zimmer «with two beds» reserviert.

In Galway angekommen, fuhren wir zuerst zu unserem Schlafplatz für diese Nacht, um das Gepäck abzuladen und unseren weissen VW-Bus zu parkieren. Als wir uns an der Rezeption meldeten, kam uns eine freundliche Dame entgegen und sah uns etwas verwirrt an. «Oh, you are two girls?», fragte sie. Ja, so weit wir uns erinnern können, sind wir beide vom weiblichen Geschlecht, mussten unsere Gesichter gesagt haben, denn sie führte uns in den oberen Stock, wo unser Zimmer lag. Es war winzig, nicht wirklich so, wie in unserem Reiseführer beschrieben. Das wäre uns ja noch egal gewesen, doch es stand nur ein Bett darin.

Natürlich sprachen wir die Dame sofort darauf an, dass wir ausdrücklich ein Zimmer mit zwei Betten reserviert haben. Doch offenbar hatte sie da etwas falsch verstanden, wahrscheinlich hatte sie geglaubt, wir seien ein Liebespaar, zumal meine Freundin nur meinen Nachnamen am Telefon genannt hatte.

Leider war für diese Nacht kein anderes Zimmer mehr frei, also blieb uns nichts anderes übrig, als uns das nicht gerade grosse Doppelbett zu teilen. Dafür erhielten wir als Entschädigung eine Nacht zum halben Preis am nachfolgenden Tag in einem neuen Zimmer. Mit zwei Betten.

Mehr Ferien-Erlebnisse folgen in meiner nächsten Kolumne.

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