(Anna Meister) – Die diesjährigen Grenchner Freilichtspiele „Frömdi Herre, Frömdi Dienschte“ feierten eine glanzvolle Premiere mit Szenenapplaus und Standing Ovations. Im neuen, von Iris Minder geschriebenen Stück, geht es um die Liebesgeschichte von Dursli und Babeli, einer Geschichte aus einem Schweizer Volkslied.
Am Donnerstag feierten die Freilichtspiele mit dem Titel „Frömdi Herre, Frömdi Dienschte“ Premiere. Neu werden diese auf dem Freilichtspielplatz Eichholz gespielt und nicht mehr im Park des Parktheaters. Ebenfalls neu handelt es sich beim diesjährigen Stück nicht um ein reines Theater, sondern um ein Singspiel, was bedeutet, dass gewisse Passagen nicht gesprochen, sondern gesungen werden. Die Musik wurde dabei von Silvan Bolle geschrieben. Bereits beim Premiere-Apéro waren einige besondere Gäste zu sehen, unter anderem Alt-Bundesrat Samuel Schmid. Stadtpräsident Boris Banga reiste mit seiner Frau Barbara und Freunden aus Grenchens Partnerstadt Séléstat an.
Im neuen, erneut von Iris Minder geschriebenen Stück geht es um die Liebesgeschichte von Dursli und Babeli, einer Geschichte aus einem Schweizer Volkslied. Die beiden Hauptfiguren werden von den professionellen Sängern Damian Meier und Marie-Christine Banga gesungen, die anderen Darsteller singen, ausser dem Schlusschor nicht. Nachdem Dursli mit Felix dem Babeli einen Maibaum und der Nanni eine Strohpuppe für „Herumludern“ aufgestellt haben, sinnt diese auf Rache und spinnt ihre Intrigen. Auf den weiteren Verlauf der Geschichte soll hier nicht gross eingegangen werden, um den weiteren Zuschauern die Spannung nicht zu nehmen. Zu erwähnen sind aber die wirklich schönen Stimmen der beiden Solisten, die wunderbar miteinander harmonieren.
Ein besonderes Highlight sind aber die drei Waschweiber, die das Publikum auf ihre ganz eigene Weise unterhalten. Mit ihren kleinen Ticks bringen sie die Zuschauer zum Lachen und teilweise sogar zum Mitreden. Eso! Besonderen Szenenapplaus erhalten sie für den Satz: „E böse Wind wäiht zu üs übere… E böse Wind us Solothurn.“ Auch sprechen sie immer wieder von einem Margrithli, das offensichtlich weder schmutzige Wäsche noch sonstigen Schmutz mag und schon gar nicht zu früh geweckt werden will. Doch, wer ist das Margrithli? Das wird bis zum Schluss ein Geheimnis bleiben.
Alles in allem bietet das neue Stück von Iris Minder viel zum Lachen, ein wenig zum Weinen und einiges zum Nachdenken. „Das Thema, welches ich in diesem Stück anschneiden will ist mehr als aktuell“, sagt Iris Minder zu Beginn des Stücks. „Es geht um Macht und ihre verschiedenen Äusserungen.“ Ein Spruch, von ihr selbst hängt sogar bei der Tribühne und trifft die Aussage des Stücks sehr passend: „Macht, die Statussymbole nötig hat, ist grotesk, Macht, die sich nur mit Besitz schmückt, wirkt lächerlich, Macht, die sich in Übergriffen manifestiert, ist abscheulich. Die einzige wahre Macht ist die Liebe.“
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