(Thomas Hirsbrunner) – Grenchen erhielt Besuch aus seiner deutschen Partnerstadt Neckarsulm. Das Jugend-Sinfonieorchester Neckarsulm gastierte vergangene Woche während vier Tagen in der Uhrenstadt. Dank eines vielseitigen Rahmenprogramms lernten die über 80 Musikanten nicht nur Grenchen, sondern die ganze Region kennen.
Bei einem Besuch in Grenchens Partnerstadt Neckarsulm hörte Boris Banga im vergangenen Herbst ein Konzert des Jugend-Sinfonieorchesters. Vom Auftritt begeistert, hat der Stadtpräsident die Musikgemeinschaft zu einem Konzert nach Grenchen eingeladen. Im Rahmen der alljährlichen Vereinsreise des Sinfonieorchesters ergab sich daraus ein viertägiger Aufenthalt über das Auffahrtswochenende.
Am vergangenen Donnerstag trafen die 81 Orchestermitglieder in Grenchen ein. Nach einer Führung durch Grenchen wurden die Musikanten im Alter zwischen 12 und 25 Jahren noch am selben Abend mit einem Fondue auf dem Untergrenchenberg an die Schweizer Kultur akklimatisiert. Jochen Hennings, musikalischer Leiter des Orchesters, zeigte sich mit dem Empfang sehr zufrieden: „Nach einem äusserst freundlichen „Grüezi“ waren wir beeindruckt vom vielseitigen Programm.“ Organisiert und betreut wurde der Aufenthalt von Stadtschreiber François Scheidegger.
In den drei verbleibenden Tagen standen hauptsächlich Besichtigungen regionaler Städte auf dem Programm. Neben Solothurn und Bern konnten die Mitglieder des Sinfonieorchesters auch an einer Stadtführung durch Montreux teilnehmen. „Weitere Highlights waren für mich der Ausflug auf den Weissenstein sowie die Besuche der Storchensiedlung in Altreu und der Schokoladenfabrik von Cailler in Broc“, sagt die Querflötistin Juliane Wahl und gerät ins Schwärmen: „Nach Bekanntgabe des Reiseziels freuten wir uns auf die Schweiz. Dank wunderschönen Städtchen und Besichtigungen interessanter Sehenswürdigkeiten wurden wir kein bisschen enttäuscht.“
Doch die Orchestermitglieder genossen nicht nur sonnige Tage in der Schweiz, das Orchester gab seiner Gastgeberstadt auch etwas zurück. Mit einem Konzert im Parktheater beeindruckten die Deutschen am Samstagabend mit einem abwechslungsreichen Programm. Neben barocken und klassischen Stücken spielte das Sinfonieorchester auch Filmmusik aktueller Kinostreifen.
Obwohl den Jugendlichen der Auftritt mit einer Standing Ovation verdankt wurde, fehlte für Scheidegger etwas zum perfekten Konzert: „Etwas mehr Publikum wäre wünschenswert gewesen. Doch die späte Bekanntgabe des Programms sowie das schöne Wetter hielten wohl einige potenzielle Zuhörer vom Konzertbesuch ab.“
Trotz der verschiedenen Ausflüge in umliegende Städte kehrten die Musikantinnen und Musikanten am Abend jeweils nach Grenchen zurück, wo sie in der Zivilschutzanlage Eichholz übernachteten. Kulinarisch wurde das Sinfonieorchester von der Küche des Restaurants Parktheater versorgt.
Die Partnerschaft zwischen Grenchen und Neckarsulm besteht seit über 20 Jahren, genauer seit 1988. Auf das nächste gemeinsame Unterfangen angesprochen, verrät François Scheidegger: „Noch in diesem Sommer wird Neckarsulms neuer Oberbürgermeister Joachim Scholz in Grenchen eine 1. Augustrede halten.“
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