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Kolumne: Straight Edge – and proud!

Anna Meister

(Anna Meister) – Ich rauche nicht, trinke keinen Alkohol und nehme auch sonst keine Drogen. Und das nicht erst seit gestern, sondern seit ich denken kann. Diese Lebensart nennt man Straight Edge.
Viele haben das Gefühl, dass ich das aus religiösen Gründen oder sonst aus irgendeiner anderen Überzeugung tue. Tatsache ist aber: Ich tue es seit ich denken kann und habe ganz simple Gründe dafür.

Fürs nicht Rauchen habe ich mehrere Gründe: Zum einen singe ich seit Kindertagen und möchte mir meine Stimme nicht ruinieren. Zum anderen habe ich einige abschreckende Bilder und Filme gesehen, die mir das Rauchen nicht wirklich schmackhaft gemacht haben. Des Weiteren habe ich in meiner Familie starke Raucher (gehabt) und somit hautnah mitbekommen, wie sich die Sucht zeigt und wie schwer es ist, wieder davon loszukommen.

Fürs nicht Alkoholtrinken gibt’s folgenden Grund: Ich mag es schlicht und einfach nicht. Schon seit ich legal konsumieren kann, mag ich es nicht. Ich habe mehrmals alkoholhaltige Getränke konsumiert und musste erkennen, dass ich lieber bei meiner Cola oder meinem Rivella bleibe.

Und was Drogen angeht: Ich habe mich intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt und habe mir gesagt, dass ich lieber ohne solche Dinge auskomme, da ich gesehen habe, was der Konsum mit den Menschen macht.

Trotzdem gehe ich in den Ausgang, auch mit Menschen, die Alkohol trinken und rauchen. Mein Freund zum Beispiel raucht und trinkt gerne mal ein Bier (oder ein paar). Mein Umfeld weiss von meinem Lebensstil und akzeptiert mich. Aber trotzdem muss ich meine Lebenseinstellung immer ziemlich verteidigen. Viele denken, wie oben beschrieben.

Besonders interessant ist, dass Straight Edge in gewissen Kreisen plötzlich total beliebt geworden ist. Daher denken viele, dass ich nur auf der Trendwelle mitsurfe. Wenn ich dann aber erzähle, dass ich zum Beispiel noch nie geraucht habe, keinen Alkohol trinke und auch sonst noch nie Drogen genommen habe, sind sie meistens beeindruckt.

Warum ich das hier schreibe? Nun, ich habe letzthin ein Gespräch mitverfolgt, wo sich zwei junge Menschen (etwa fünf Jahre älter als ich) über Partys unterhalten haben, als sich plötzlich eine ältere Dame einmischte und ohne einen Grund dazwischenrief: „Mit euch jungen Leuten hat man nur noch Probleme, nur noch saufen, rauchen und Drogen im Kopf!“

Das hat mich sehr geschockt. Klar weiss ich, dass nicht jede/r so denkt, aber ich wollte mit meinem Statement nur mal aufzeigen, dass es noch andere gibt.

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6 Kommentare zu Artikel “Kolumne: Straight Edge – and proud!”

  1. rollvi sagt:

    Super! Und wie ist es mit Fleisch essen?

    Bekanntlich fördert nicht nur Alkohol, Drogen, Tabletten, Nikotin und Koffein die Tamas (Dunkelheit) auch zuviel Fleisch essen. Wenn beim Ich-Bewusstsein Tamas überwiegt, so herrscht vorwiegend Trägheit, Finsternis und Schwere.

  2. oli sagt:

    Allerdings haben sich die Mönche, früher-in den Abteien schon betrunken…
    Die eigene “Möchsbrauerei” erlaubte ihnen bis zu 5 Liter-frei-ab Fass.
    Wohl dem, wer danach das Kräuterbeet’chen nicht gepflegt hatte. (oder war’s das Hanfbeet’chen…?)
    Die Brüder wussten zu leben.
    Aber gleichzeitig waren sie von der Aussenwelt…verstanden/nicht verstanden?!

  3. Anna Meister sagt:

    Lieber rollvi, lieber oli,

    Danke für eure Kommentare. Allerdings sollte diese Kolumne keinesfalls schulmeisterlich oder bekehrend sein. Eigentlich habe ich nur über das Erlebnis im Bus mit der älteren Dame schreiben wollen, holte aber dann ein wenig aus.

    Mir liegt es nicht im Sinn, irgendwem zu predigen, er solle so leben wie ich es tue (by the way: ja, ich esse Fleisch), im Gegenteil. Jeder der raucht, trinkt oder was auch immer, der soll das tun. Schliesslich sind wir erwachsen und können selbst entscheiden, was wir für richtig halten und was nicht.

    Liebe Grüsse
    Die Kolumnistin

    P.S. Ich war bei der Anti-Raucher-Initiative gegen die Vorlage, obwohl ich nicht rauche.

  4. rollvi sagt:

    Aha… und ich war bei der Anti-Raucher-Initiative weder dafür noch dagegen… so wie ich weder für noch gegen Herr Scheidegger oder Herr Schneider bin… :-) )

    Also wenn du meinst und glaubst… aber ich predige eigentlich auch keine Gebote, Regeln und Gesetze oder eine edle, fromme Lebenseinstellung… nur eines: Erweitert das Bewusstsein IN dem das Denken und Handeln sowie all die “geilen” Spiele des SEINS zwischen Leben und Tod stattfinden und bastelt nicht an den Personen (Ich-Gedanke) und Probleme herum mit positivem Denken, Psychologie, Chemie und all den konzeptionellem Müll. Dann braucht Ihr auch keine Anderen die Euch helfen wollen und (leere) Versprechungen abgeben.

    War das jetzt eine böse Predigt?
    WER fühlt sich jetzt angegriffen?

    Liebe Grüsse und schöne Pfingsten.
    rollvi

  5. Ernst sagt:

    Wieso muss man Straight Edge sein um nicht zu rauchen, zu trinken und keine Drogen zu nehmen?? Nur weil man seinen Körper nicht wissentlsich zerstört,ist man noch lange nicht Straight Edge. Straight Edge ist eine Lebenseinstellung und dazu gehört mehr als zu sagen: ich nehme keine Drogen und daher bin ich Straight Edge. Und ich kann mir nicht vorstellen dass du Straight Edge bist. Du bist jemand der nicht raucht, nicht trinkt und keine Drogen nimmt.

  6. oli sagt:

    Pardon, ich wollte damit nur sagen, dass es schon immer wohl schwierig war, sich diesen Genüssen zu verweigern.
    Ausser jemand hat, von Natur aus, einfach keine Lust dazu.
    Ich bringe z.B. (aus meiner pers. Überzeugung)einfach kein Hühnerfleisch (Poulet usw.)in meinen Magen runter ;-) Seit über 15 Jahren!?
    Dabei erlebe ich aber auch so ein gutes Gefühl der Abstinez…besonders wenn andere so richtig reinbeissen *grins
    Auch ich finde; jeder tut es sich selbst an.
    Straight Edge ist prima ! Allerdings sollte mal wohl dazu “etwas veranlagt” sein, ansonsten könnte man durch den ewigen Druck – auch stark leiden…(?)

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