(Parzival Meister) – Neulich beim Pokern: 12 Leute versammelten sich an einem Tisch. Und es entbrannte eine hitzige Diskussion. Es ging darum, eine neue Regelung einzuführen – oder eben nicht. Das Thema tut nichts zur Sache, aber das Drumherum. Denn am Tisch gingen die Meinungen, ob nun die neue Regel Sinn macht oder nicht, weit auseinander.
Nach einer gewissen Zeit schlug ich vor: Wir stimmen ab. Wer ist dafür, wer ist dagegen? Für die Abstimmung interessierten sich aber nur wenige, die Diskussion war noch immer in vollem Gange. Drei Nein- zu einer Ja-Stimme – so lautete das Resultat. Ob nun tatsächlich die Mehrheit dagegen war, sei dahingestellt. Die Regel war jedenfalls abgeschmettert.
Nein halt, doch nicht. Aus der Runde schlug einer eine Art Kompromiss vor. Ich stellte einen Rückkommensantrag, der mit einer Ja- zu null Nein-Stimmen angenommen wurde. Also stimmten wir über den Kompromiss ab. 3 Ja- gegen 1 Nein-Stimme. Juhee, die Regel war durch und wir wandten sie im Spiel an.
Ob nun tatsächlich die Mehrheit für den Kompromiss war, sei wiederum dahingestellt. Berechtigt werden Sie sich nun fragen: Wieso haben von zwölf Leuten denn nicht mehr die Hand gehoben? Jeder hätte den Ausgang der Abstimmung beeinflussen können.
Nun ja, das ist gelebte Demokratie. Am Pokertisch lag die Stimmbeteiligung (4 von 12 Stimmberechtigten) bei 33,3333 Prozent. Klingt übel, aber hier ein Vergleich: Bei den letzten Kantonsratswahlen gingen gerade mal 24,39 Prozent der Grenchner Stimmberechtigten an die Urne. Übrigens: Am Sonntag sind Wahlen und Abstimmungen!
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