(Susann Meister) – Nach dem Thriller „Chemie des Todes“ muss Becketts Forensiker David Hunter in „Kalte Asche“ wiederum in einem bizarren Todesfall ermitteln. Auf Runa, einer Insel der äusseren Hebriden, wird in einem verfallenen Cottage die verbrannte Leiche einer Frau, Füsse und eine Hand sind aber unversehrt, gefunden.
Die Geschichte: David Hunter arbeitet wieder für die Polizei. Nach einem Einsatz wird er auf den Nachhauseweg aber gleich zum nächsten Tatort geschickt. Er soll eine verbrannte Leiche untersuchen, die in einem Cottage auf einer abgelegenen Insel gefunden wurde. Ihm zur Seite stehen der grantige Sergeant Fraser und der junge Constable Duncan McKinney. Unterstützung erhalten sie vom ehemaligen Inspektor Andrew Brody, der sich aus privaten Gründen auf die Insel zurückgezogen hat. Die Leiche entpuppt sich als Prostituierte vom Festland und da seit Wochen keiner die Insel verlassen hat, muss der Täter ein Einheimischer sein.
Auf der Insel Runa kennt jeder jeden und so kann sich keiner vorstellen, dass der Täter einer von ihnen sein könnte. Selbstverständlich dringen einige Geheimnisse an die Oberfläche, aber für die Ermittler ist die Arbeit nicht einfach, Ablehnung und Misstrauen gegenüber den Fremden vom Festland sind gross. Durch einen Sturm wird die Insel von der Aussenwelt abgeschnitten, auch der Telefonkontakt zum Festland bricht ab. Der Constable, der den Tatort bewachen soll, ist das nächste Opfer, Zeugen kommen ums Leben und auch Hunters Leben ist in Gefahr.
Dass die Geschichte wieder im geschlossenen Rahmen einer verschworenen Gemeinschaft spielt, ist nicht sonderlich fantasievoll. Dies war schon der Hintergrund von Becketts erstem Roman. Dass die Insel zusätzlich durch einen Sturm von der Aussenwelt abgeschnitten wird – wie viele solche Krimis haben wir schon gelesen … Dass man bald einmal vermuten muss, dass der Täter näher bei Hunter ist, als er glaubt – das kennen wir doch auch schon aus „Die Chemie des Todes“. Der Privatmann Hunter wird diesmal völlig ausgeklammert, dies ist schade. Seine Beziehung mit Jenny steht vor dem Aus, warum bleibt aber unklar. Der Fall wird schlussendlich gelöst, doch ist das Ganze dann doch nicht ganz so, wie Hunter denkt und auch diese Wendung kommt uns doch sehr bekannt vor. Schliesslich endet die Geschichte mit einem Cliffhanger, der schon fast ärgerlich ist.
„Kalte Asche“ überzeugt nicht so sehr wie „Chemie des Todes“. Vieles wiederholt sich, wirkt vorhersehbar und vertraut. Dies macht die Geschichte ziemlich langweilig. Dass Simon Beckett stolz ist auf sein forensisches Wissen, ist ja nachvollziehbar, aber die Belehrungen sind nicht sehr mitreissend. Trotz des meiner Meinung nach nicht geglückten Schlusses der Geschichte kann man doch gespannt sein, wie es mit David Hunter weiter geht.
Der Autor und Journalist Simon Beckett wurde 1968 in der englischen Stadt Sheffield geboren, wo er auch heute noch wohnt. Er arbeitete für Zeitungen und Magazine und schrieb Bücher. Im Verlauf journalistischer Recherchen besuchte der Autor die „Body Farm“ in Tennessee, USA, wo US-Polizisten eine realistische Ausbildung angeboten wird, in welchem Rahmen Verwesungsprozesse von Leichen ablaufen. Dort erfand er die Figur des Pathologen David Hunter. Weitere Geschichten um David Hunter sind bereits erschienen: Kalte Asche (2007) und Leichenblässe (2009).
Simon Beckett: Kalte Asche, Thriller
Verlag: Rowohlt Tb.; Auflage: 8 (1. August 2008)
ISBN-10: 3499241951
ISBN-13: 978-3499241956
Das Buch ist in allen guten Buchhandlungen erhältlich
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