(Sabine Waelti) – Das Grenchner Lingeriz-Quartier wird mit Gasleitungen erschlossen. Dabei setzen die Städtischen Werken Grenchen (SWG) und die Baufirma Panaiia & Crausaz ein Richtbohrgerät ein. Dank diesem genügen sechs kleine Baugruben, um auf einer Strecke von 520 Metern die Leitungen zu verlegen.
„Ohne dieses Verfahren wäre es aus Kostengründen wahrscheinlich nicht möglich gewesen, das Lingeriz-Quartier mit Gasleitungen zu versorgen“, erklärt Gerd Rettschlag, Leiter Technisches Büro von den Städtischen Werken Grenchen (SWG).
Bei der Erschliessung des Quartiers mit Erdgas kommt es zu einer schweizweiten Premiere: Ein Richtbohrgerät vom Typ Grundodrill 15 N ist seit diesem Montag im Einsatz.
Beim herkömmlichen Verfahren hätte der ganze, 520 Meter lange Strassenzug aufgerissen werden müssen. Mit der gesteuerten Bohrtechnik des neuen Geräts sind zum Verlegen der Leitungen nur sechs kleine Baugruben nötig. Die längste zusammenhängende Bohrstrecke beträgt 200 Meter. Das Verfahren funktioniert in zwei Arbeitsschritten. Als erstes wird eine Pilotbohrung erstellt, danach wird das Bohrloch aufgeweitet und gleichzeitig das Mediumrohr eingezogen.
In etwa drei Wochen kommt der Bohrer bereits zum zweiten Mal in Grenchen zum Einsatz: an der oberen Bucheggstrasse. Die Bauherrschaft haben bei beiden Baustellen die SWG. Die Bohrarbeiten werden von der Grenchner Baufirma Panaiia & Crausaz AG ausgeführt.
Diesem Unternehmen gehört auch die neue Bohrmaschine. „Eine Million Franken haben wir dafür bezahlt. Ich rechne mit 6 bis 7 Jahren, bis das Gerät amortisiert ist“, so Gilbert Crausaz, Geschäftsführer von Panaiia & Crausaz.
„Mal im Einsatz, ermöglicht der Bohrer aber massive Kosteneinsparungen“, sagt Gerd Rettschlag, „die Baustelle im Lingeriz hätte mit dem herkömmlichen Verfahren mindestens das Doppelte, wenn nicht sogar das Dreifache gekostet.“
Auch hätte man ohne den neuen Bohrer mit drei Monaten Arbeitszeit rechnen müssen – mit dem neuen Verfahren könne man von einem Monat ausgehen. „Zudem müssen wir die Bevölkerung nicht mit einer riesigen Baustelle verärgern“, so Gerd Rettschlag.
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