(Thomas Hirsbrunner) – Im Jahr 2008 sank die Zahl der Einbrüche auf ein Rekordtief. Trotzdem wurde durchschnittlich alle 30 Minuten eine Straftat begangen. Erfreuliches zeigt die Kriminalstatistik dafür aus Grenchner Sicht: Im Städtevergleich schnitt man gegenüber Solothurn und Olten mit deutlich weniger begangenen Straftaten am besten ab.
Die Polizei Kanton Solothurn präsentierte vor versammelten Medien die Kriminalstatistik des vergangenen Jahres, wobei auch gleich eine grundlegende Änderung bekannt gegeben wurde: Die Straftaten wurden im 2008 erstmals nach den Vorschriften des neuen, gesamtschweizerischen Erhebungssystems erfasst. Damit würden Straftaten anders in die Statistik aufgenommen, wie der Chef der Kriminalpolizei Urs Bartenschlager an einem Beispiel aufzeigt: „Wenn Herr X seine Frau schlägt, sie vergewaltigt und einsperrt, wurde dieser Fall bis anhin als eine Straftat angesehen. Das gleiche Vergehen wird neu mit drei Straftaten in der Statistik aufgeführt. Nämlich als Körperverletzung, Vergewaltigung und Freiheitsberaubung.“
Dies lässt die Anzahl der begangenen Straftaten in die Höhe schnellen und macht einen Vergleich mit früheren Kriminalstatistiken wenig repräsentativ. „Wir beginnen wieder bei Null. Da wir nicht Äpfel mit Birnen vergleichen wollen, verzichten wir auf den Vergleich mit Zahlen aus vergangenen Jahren“, betont Bartenschlager. Das neue System ermöglicht es dem Bundesamt für Statistik, die Datensätze aller Kantone zu einer nationalen Kriminalstatistik zu vereinen. Ebenfalls kann durch die Umstellung in Zukunft ein Vergleich der Polizeiarbeit über die Kantonsgrenze hinaus gezogen werden.
Trotzdem lassen sich interessante Zahlen nennen. So wurden im vergangenen Jahr insgesamt 17‘820 Straftaten von der Polizei erfasst. Das entspricht dem Fakt, dass im Kantonsgebiet durchschnittlich alle 30 Minuten eine Straftat begangen wurde. Auffällige Zahlen wurden im Bereich der Einbrüche verzeichnet: „Trotz der neuen Zählweise ist zu erkennen, dass die Einbruchszahlen auf einem Rekordtief angelangt sind“, gibt Polizeikommandant Thomas Zuber bekannt. Erfreulich sei ebenfalls, dass im 2008 kein vollendetes Tötungsdelikt registriert werden musste. Im Berichtsjahr fanden alleinig zwei versuchte Tötungen statt. Trotz 16 Vergewaltigungen und 45 sexuellen Handlungen mit Kindern fielen die Sexualdelikte verhältnismässig gering aus.
Der mit 60 Prozent grösste Teil aller Straftaten besteht aus Vermögensdelikten wie Raub, Diebstahl, Sachbeschädigung oder Betrug. Weiter wurde die Polizei Kanton Solothurn mit einer hohen Anzahl an Betäubungsmitteldelikten konfrontiert. Insgesamt waren in 2130 Fällen Drogen die Ursache der Straftat. Oft sind auch Ausländer in Straftaten verwickelt. Obwohl der Ausländeranteil der Solothurner Wohnbevölkerung momentan bei ca. 20 Prozent liegt, wurden 42 Prozent aller Straftaten von Ausländern begangen. Bei schwerer angewandter Gewalt stammt sogar die Hälfte der Tatverdächtigen aus dem Ausland. Allerdings sind auch die Opferzahlen von einem überproportional grossen Ausländeranteil geprägt.
Erfreuliches aus Grenchner Sicht wurde im kantonalen Städtevergleich bekannt gegeben. Die Belastung pro 1000 Einwohner ist in Solothurn mit 162 Straftaten und Olten mit 123 Straftaten gut doppelt so hoch wie in Grenchen mit 77 Straftaten. „Dies dürfte auf die fehlende Zentrumsfunktion Grenchens zurückzuführen sein“, vermutet Polizeikommandant Thomas Zuber. Weniger ruhmreich sieht die Statistik für die Grenchner aber in der Kategorie Leib und Leben aus. Dort liegt man mit 87 Delikten sogar vor Solothurn, angeführt wird die Negativ-Statistik aber von Olten.
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