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Kolumne: Schockieren ist schwierig

Parzival Meister

(Parzival Meister) – Es gab Zeiten, da reichten bunte Kleider und lange Haare, um die Gesellschaft zu schockieren. Na ja, so wird es jedenfalls erzählt. Ich habe die Hippie-Ära selbst nicht miterlebt und frage mich deshalb, wieso die Blumen-Kinder für so viel Aufsehen gesorgt haben.
Was muss das für eine biedere Zeit gewesen sein, in der es so einfach war, zu provozieren. Ich meine, die Welt ist heute doch voller, hm, wie nenne ich sie am besten, sagen wir mal, Individualisten. Jeder will anders als andere sein. Wer sich heutzutage nicht von der Masse abhebt, hebt sich wahrscheinlich mehr von der Masse ab, als einer, der sich durch sein Outfit von der Masse abheben will. Wie will man also heute noch jemanden schockieren?

Gut, auch ich habe in meinen Jugendjahren schon mal ein Kopfschütteln bei meinen Eltern ausgelöst, weil ich die breiten Hosen so tief trug, dass man meine halbe Unterhose sehen konnte und in mein T-Shirt mindestens drei meiner Sorte gepasst hätten. Aber schockieren wollte ich damit eigentlich nicht. So kleidete man sich als Jung-Hip-Hopper halt einfach.

Schock-Potenzial haben heutige Gruppen da schon eher. Ich denke zum Beispiel an Emos (geschminkte Jungs) oder Gruftis (schwarz, düster und schwarz). Hut ab vor diesen Gruppen, die geben alles. Sie müssen zwar in die Vollen greifen, aber sie schaffen es, zwischen schrillen Kleidern aufzufallen. Und sie schaffen es, wieder einmal die Gesellschaft zu schockieren.

Das dachte ich zumindest. Als ich aber vor rund drei Wochen mit meiner Freundin deren Eltern im Tessin besuchte, wurde ich eines Besseren belehrt. Wir liefen da so am See entlang, als uns plötzlich zwei düstere Gestalten entgegenkamen: Schwarze Kleidung, Stacheln um den Hals, schwarz geschminkte Augen, Totenköpfe an den Ketten und so weiter und so fort. Ich sah, wie die Mutter meiner Freundin die Herren der Finsternis ins Visier nahm und erwartete eine geschockte Reaktion. Denkste! Sie fing nur herzhaft an zu lachen und sagte: «Hier ist wohl noch Fasnacht.»

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4 Kommentare zu Artikel “Kolumne: Schockieren ist schwierig”

  1. Hanspeter Vögtli sagt:

    Wenn überhaupt noch etwas schockiert, neben der faschistischen Bankendemokratie CH und dem FDP-Filz, dann sind es höchstens die Grottenmiesenkolumnen, die ich hier lesen kann.

  2. Jenny sagt:

    Lieber Hanspeter,
    ich finde die Kolumnen meistens witzig und gut.
    Ganz im Gegensatz zu Deinen vielfach doch sehr dummen und primitiven Kommentaren.

  3. Honegger sagt:

    Liebe Jenny,
    also wo er Recht hat, hat er Recht, der Herr Vögtli. Der ganze Filz der FDP ist wirklich zum Kotzen und Pervers. Auch der Untergang der Swissair war ein Paradebeispiel des gierigen Neoliberalismus. Und dann trifft man sie sich in gehobenen Business Clubs bei Champus und Kaviar und sammelt für gute Zwecke um das angeschlagene Gewissen zu beruhigen oder der Welt zu zeigen, was für ein Gutmensch man ist.

  4. Peter sagt:

    Schockieren ist einfach….

    “Es gibt keine Sicherheit im Leben, weil das Leben nicht anders als in Unsicherheit existieren kann. Daher kommt es, dass man, je sicherer man ist, desto weniger lebt. Der Tod ist die komplette Sicherheit. Sei also niemals auf Sicherheit aus, denn sonst bist du auf den Tod aus.“ Osho

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