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Schopfbühne Grenchen: Viel zum Nachdenken und viel sarkastischer Witz

Spitalbett auf der Bühne: Pfleger Sebi (Davide Bruno) und Tom (Dani Saur). (Foto: Sabine Waelti)

(Sabine Waelti) – Die Schopfbühne Grenchen präsentiert ihr neues Stück «Ist das nicht mein Leben?». Ein ernstes Thema, welches die Schopfbühne dieses Mal aufgreift. Ein Stück, das zum Schmunzeln und zum Nachdenken anregt.
«Wie geht es Ihnen?», fragt der Arzt den Patienten Tom Hauser. «Wie dir gseht, gump i scho wieder dur d`Gägend», antwortet dieser.

Nach einem Autounfall ist Tom Hauser (Dani Saur) vom Hals abwärts gelähmt. Mit Hilfe der Gerätemedizin wird er am Leben erhalten. Die ersten Monate hält er mit viel Ironie gegenüber sich selbst und gegenüber seinem Umfeld im Spital aus. Dann beschliesst er, seinem Leben ein Ende zu setzen.

Soweit die Ausgangslage für das neue Stück der Grenchner Schopfbühne. «Ist das nicht mein Leben?», heisst es. Es ist die schweizerdeutsche Fassung des Filmddramas «Whose Life is it anyway?» von Brian Clark. Regie führt Davina Siegenthaler. Am vergangenen Freitag war Premiere.

Als Tom gegen seinen Willen ein Beruhigungsmittel gespritzt wird, wird dieser einmal mehr auf brutale Weise mit seiner körperlichen Hilflosigkeit konfrontiert. «Holen Sie mich da raus», bittet er seinen Anwalt (Roland Favre). Toms Ziel: Er will aus dem Spital entlassen werden und zuhause sterben.

Ein ernstes Thema ist es somit, welches die Schopfbühne dieses Mal aufgreift. Das Stück macht nachdenklich, das Publikum wird mit Toms Verzweiflung und mit der Hilflosigkeit seiner Umgebung konfrontiert. Dennoch enthält es auch viele Episoden, welche das Publikum zum Lachen und Schmunzeln bringen.Da ist Toms sarkastischer Witz gegenüber dem Spitalwesen: «Aha, Sie bringen Milch mit etwas Kaffeegeschmack drin?», fragt er etwa die junge Lernschwester Laura (Sarah Manta), als diese mit dem Kaffee vorbeikommt. Da üben sich Tom und der Pfleger Sebi (Davide Bruno) im Beatboxen. Und da ist der Flirt zwischen Sebi und Laura.

Mit wachem Blick beobachtet Tom seine Umgebung und hält den Pflegenden nicht selten einen Spiegel vor, etwa als Laura ihm nicht nicht verraten will, warum sie die Ausbildung als Krankenschwester macht: «Dem sagt man `sich abgrenzen`, stimmts? Das geht mir so auf die Nerven!»

Weil der leitende Arzt (Benjamin Obrecht) Tom nicht entlassen will, kommt es zur Gerichtsverhandlung. Wie diese endet, soll an dieser Stelle offen bleiben. Nur so viel: Alle Beteiligten müssen sich mit ihren eigenen Moralvorstellungen auseinandersetzen – und auch die Zuschauenden werden zwangsläufig mit der Frage konfrontiert: Was ist unmoralisch, Tom am Leben zu erhalten oder ihn sterben zu lassen?

Tom selber sagt dazu folgendes: «Wenn ich mich fürs Leben entscheiden würde, wäre es grausam, wenn die Gesellschaft mich sterben lassen wollte. Wenn ich mich jedoch fürs Sterben entscheide, ist es grausam, wenn mich die Gesellschaft am Leben erhalten will.»

Das Stück wird bis zum 25. April noch 17 Mal in der Schopfbühne Grenchen (Schützengasse 4) aufgeführt.
Vorverkauf: Coop Vitality-Apotheke Grenchen (032 652 72 72).
Spielplan und weitere Infos: www.schopfbuehne.ch.

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