(Felix Bernhardsgrütter, Grenchen) – Am letzten Montag traf ich bei meinem Waldspaziergang einen Bekannten, ich nenne ihn mal Leo. Ich fragte ihn beifällig, ob er auch gewählt habe. „Nein, was hätte ich den stimmen sollen, Ja oder Nein“, antwortete mir Leo erstaunt. „Wählen hättest Du sollen, Du Trottel, den Regierungsrat und Kantonsräte“, entfiel mir genervt, fast etwas erschrocken, Leo so hart angefasst zu haben.
Leo gestand mir dann, von diesen Wahlen eigentlich nichts mitbekommen zu haben. Das Stimmcouvert mit den Wahlunterlagen seien vermutlich in die Papiersammlung geraten.
Ich fragte Leo dann, ob es ihm denn nicht interessiere, wer unsere Staatssteuern festlege. Er, mit seiner Dreckschleuder von einem Auto, sollte doch daran interessiert sein, wer künftig die Motorfahrzeugsteuern festsetzt. Und als Familienvater wäre es für ihn doch von Interesse, wer im Kantonsrat über Familienzulagen oder gar Ergänzungsleistungen bestimme.
Auf die bekannte Ausrede, er kenne sich bei den Parteien und Kandidaten doch nicht aus, antwortete ich Leo, dass er die Möglichkeit gehabt hätte, den leeren Wahlzettel zu nehmen. Dort hätte er, ohne eine Partei direkt unterstützen zu müssen, maximal 23 Kandidaten von Grenchen oder Bettlach auf den Zettel schreiben können. Wäre doch gelacht, wenn Leo – seit 40 Jahren in Grenchen wohnhaft – nicht einige der 35 Grenchner und Bettlacher Kandidaten kennen würde. Ich erklärte ihm auch, dass es für uns Grenchner schon eine Rolle spiele, ob wir nur 6, und die kleinere Stadt Solothurn 10 Kantonsräte delegieren könne.
Etwas beschämt gestand mir Leo, dass er sich dieser Zusammenhänge gar nicht bewusst war. Ich beruhigte ihn mit der Aufmunterung, er könne sich nächstens an den Gemeinderatswahlen beteiligen. Ich sagte ihm auch, dass es halt schon immer so gewesen sei: Gegen Dummheit (und Gleichgültigkeit) kämpfen selbst Götter vergebens!
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Hi..wahre Götter kämpfen, kriegen und politisieren doch nicht…das ist unter ihrer Würde.