(Paul-Georg Meister) – Von der Buchbeschreibung und vom Titel her hätte ich eigentlich mehr erwartet. Dennoch ein interessanter Roman, der – trotz einigen Abstrichen – unterhalten und vor allem zum Denken anregen kann.
Die Geschichte: In den Sümpfen von Devil’s Swamp in der Nähe von Baton Rouge (USA) entdeckt die junge Chemikerin Reilly (CJ) eine sonderbare Masse. Diese lässt einen Teich auf mysteriöse Art vereisen und reagiert auf den iPod ihres Begleiters Max.
In einem Forschungsteam soll die junge Chemiker die Masse untersuchen. Der Inhaber des Energiekonzerns Quimicron und die Mitglieder des Forschungsteams wollen zuerst nicht glauben, was CJ entdeckt hat. Im Sumpf hat sich eine neue Lebensform entwickelt, die sich aus organischem, biologischem Abfall, verbunden mit Nano-Medikamenten, Prozessoren, Handy- und Computerschrott gebildet hat.
CJ versucht mit Watermind, dem neuen Lebewesen, zu kommunizieren, was auch gelingt. Doch das Ding wächst immer weiter und wird zu einer Gefahr, vor allem als es sich schliesslich auf den Weg zum Meer macht.
Die Firmenleitung von Quimicron möchte Watermind auf jeden Fall zerstören, CJ möchte es am Leben halten…
Mein Eindruck: „Ein Science-Thriller der Extraklasse – eine wahre Geschichte, die nur noch nicht geschehen ist.“ Mit diesem Slogan wird das Buch beworben, doch er verspricht zu viel. Watermind ist zwar eine spannende und unterhaltende Geschichte, kann aber die Erwartungen nicht erfüllen, die man nach einem solchen Versprechen in sie steckt.
Während der Anfang noch recht spannend und packend ist, so flacht die Geschichte immer mehr ab. Man hat mit einem Mal das Gefühl, die Autorin habe in ihrer Fantasie ein Geschöpf erschaffen, von dem sie schliesslich nicht mehr wusste, wozu es überhaupt gut sein soll. Und so erstickt die Geschichte einfach langsam in sich selber – und der Schluss kann gar nicht überzeugen. Irgendwann ist einfach fertig. Auf ganz banale Art wird das Koloid getötet – alles ist wieder in Butter. Und alles löst sich in Minne auf – oder doch nicht?
Fazit: Wenn das Buch auch einige „Mängel“ aufweist, lohnt sich das Lesen dennoch. Watermind gibt einige sehr interessante Denkansätze über den Umgang unserer Zivilisation mit Natur und Müll.
Die Autorin: M.M. Buckner studierte Englische Literatur und Creative Writing in Memphis, Harvard und Boston. Sie arbeitete im Marketing verschiedener Unternehmen, zuletzt als Vizepräsidentin. Parallel dazu begann M.M. Bucker, sich zunehmend für den Umweltschutz zu engagieren und zu schreiben. Ihre Romane wurden mehrfach preisgekrönt, unter anderem mit dem renommierten Phillip-K-Dick-Award.
M. M. Buckner, „Watermind: Es kann jederzeit passieren“, Thriller
Verlag: Droemer Knaur
ISBN-10: 3426501279
ISBN-13: 978-3426501276
Das Buch ist in jeder guten Buchhandlung erhältlich.
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