(Parzival Meister) – Neulich war ich mal wieder auf der Piste. Nein, im Ausgang zwar auch, aber ich meine die schneebedeckten Hügel von Sölden im Südtirol. Wobei hier gesagt werden muss, dass auf die Piste und in den Ausgang gehen ja doch zwei sehr ähnliche Dinge sind. Denn auf Söldens Pisten findet man mehr Bars als in ganz Grenchen.
Nicht falsch verstehen, ich will hier nicht lästern. Im Gegenteil: Party auf der Piste ist geil. Natürlich sollte man aber darauf achten, dass man danach noch heil den Hügel runterkommt. Denn bei einem Sturz nach zehn Jägertees kommen die Kopfschmerzen nicht erst am nächsten Morgen.
Doch was will man tun? Après-Ski gehört halt einfach dazu – und zwar nicht erst nach dem Skifahren. Sölden hat da aber eine Lösung gefunden, wie man die Leute dazu animieren kann, erst in der Bar nach der Talfahrt richtig zu bechern. Wie? Ganz einfach: mit Musik!
Ich war angenehm überrascht, als in der Schneebar auf der Bergspitze ganz angenehme Musik aus den Lautsprechern dröhnte. Keine Spur von DJ Ötzi und Co., keine Ballermannsongs oder sonstige Grölmusik. Es lief ganz normale Musik und auf einmal war es im Après-Ski möglich, einfach den Jägertee und die Aussicht zu geniessen.
Dass ich hier auf dem Berg von der Musik manipuliert wurde – oder eben nicht – fiel mir anfangs gar nicht auf. Das Licht ging mir auf, als ich nach der Talfahrt in einer der vielen Skihütten den Après-Ski zelebrierte.
Oder besser gesagt: zelebrieren musste! Denn Hand aufs Herz: Diese “Lasst-uns-fröhlich-sein-und-gemeinsam-verblödete-Refrains-nachgrölen”-Musik ist ohne harten Alkohol nun wirklich nicht ertragbar. Und das bringt die Erkenntnis, dass der Mensch sich immer seiner Umgebung anpasst. Läuft verblödete Musik, verblödet man halt einfach selber …
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