(Thomas Hirsbrunnger) – Genau 90 Jahre und zwei Stunden nach den tödlichen Schüssen wurde auf dem Grenchner Zytplatz eine Gedenktafel für die Toten des Generalstreiks eingeweiht. Den Besucherinnen und Besuchern der öffentlichen Feier wurden dabei die Geschehnisse von 1918 nochmals ins Bewusstsein gerufen.
Während fünf Minuten läuteten am vergangenen Freitag um 16.00 Uhr die Glocken der Grenchner Landeskirchen. Dies im Gedenken der drei Todesopfern, die im Generalstreik von 1918 ums Leben kamen. Hermann Lanz (29), Fritz Scholl (21) und Marius Noirjean (17). Die drei jungen Arbeiter der Uhrenbranche verloren ihr Leben im Kampf um bessere Lebensbedingungen im Gewehrfeuer welscher Ordnungstruppen. Warum genau, und unter welchen Umständen es zu dieser Tragödie kommen konnte, wurde bis heute nie gänzlich aufgeklärt.
Im Anschluss an die Glockenklänge begrüsste Boris Banga die zahlreich am Zytplatz erschienenen Grenchnerinnen und Grenchner mit einer Ansprache. Darauf übergab der Stadtpräsident das Wort an Pfarrer Donald Hasler, der unter anderem auf die bemerkenswerte Arbeit seines Vorgängers Ernst Hubacher, dem Pfarrer von 1918, zurückblickte. Weiter stellte Hasler interessante Vergleiche der damaligen Situation mit der aktuellen politischen Lage an. Genauer auf die Geschehnisse des 14. November 1918 ging anschliessend der Präsident des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes, Paul Rechsteiner, ein. „Schüsse von hinten. Aus einer Distanz von wenigen Metern. Ein Opfer mit den Händen in den Hosentaschen.“ Rechsteiner legte seinen Zuhörern Fakten vor, welche die Todesschüsse noch schrecklicher und ungerechtfertigter erscheinen lassen, als sie es ohnehin schon sind.
Mit der Musik eines unter der Leitung von Gerhard Grossenbacher auftretenden Bläserquartetts schritt man schlussendlich zum eigentlichen Akt der Feier. Boris Banga und Paul Rechsteiner enthüllten gemeinsam die Gedenktafel, die in die Pflasterung des Zytplatzes eingelassen wurde. Die in Bronze gegossene Tafel wurde von der Stadt Grenchen, dem Schweizerischen Gewerkschaftsbund, dem Gewerkschaftsbund des Kantons Solothurn, dem Schweizerischen Eisenbahn- und Verkehrspersonal-Verband sowie der Unia Grenchen gestiftet.
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