(Paul-Georg Meister) – Grenchen scheint für die nationalen Medien plötzlich interessant zu werden. Nach der Weltwoche und der Schweizer Familie hat sich nun auch das NZZ-Folio der Industriestadt am Jurasüdhang angenommen und dabei festgestellt: Grenchen ist eine Stadt mit Zukunft.
In seiner neuesten Ausgabe befasst sich das NZZ-Folio unter anderem auch mit der Stadt Grenchen. Unter dem Titel „ Das hässliche Entlein – Grenchen: Ansicht eines verkannten Orts“ setzt sich Folio-Redaktor Lukas Egli zwar kritisch, aber ohne Vorurteile mit Grenchen auseinander.
Der Grundtenor des Artikels: Grenchen ist eine Stadt, die in den letzten Jahren viel für ihr Image gemacht hat, Grenchen ist eine Stadt mit eine hochqualifizierten Industrie, Grenchen ist eine Stadt der Zukunft.
Zu diesem Schluss kommt Lukas Egli nach diversen Gesprächen mit Grenchner Persönlichkeiten. So beispielsweise mit Erich Blösch von der Blösch Corporation Inc. die sich auf Beschichtungstechnik spezialisiert hat und in der Region Grenchen derzeit 160 der weltweit 250 Arbeitsplätze anbietet. «Unsere Stadt hat sich in den letzten zwanzig Jahren komplett verändert», lässt sich Blösch zitieren. Und weiter ist nachzulesen dass er das Negativimage seines Standorts nicht verstehe. Grenchen sei hart von der Uhren- und der Weltwirtschaftskrise getroffen worden, aber 100 KMU hätten überlebt. Sie stünden heute stärker da denn je. Wer durchs Feuer ging, weiss um seine Stärken.
Zu Wort kommt auch Walter Sahli, Präsident des Industrie- und Handelsverbands. «Unser Ziel muss sein, die besten Fachleute mit ihren Familien hierzubehalten», sagt Sahli. Dafür brauche es nicht nur gute Jobs, sondern auch gute Schulen und ein attraktives kulturelles Angebot. Und weiter wird Sahli zitiert: «Unsere wahren Probleme sind ganz anderer Natur. Wir kämpfen gegen einen akuten Fachkräftemangel.» Trotz grossen Anstrengungen in den letzten Jahren könnten nicht genug junge Leute motiviert werden, in die Industrie einzusteigen. Jedes Jahr würden rund 150 Fachleute altershalber ausscheiden, für die kein Ersatz gefunden werden könne.
Und natürlich kommt auch Stadtpräsident Boris Banga ausführlich zu Wort, der sich die Zeit genommen hat, dem Journalisten die Stadt Grenchen und ihre Vorzüge persönlich näher zu bringen. So sagt Banga unter anderem: Zwar sei Grenchen mittlerweile einer der dynamischsten Industriestandorte der Schweiz. Seit 2000 ist die Zahl der Arbeitsplätze um 10 Prozent auf knapp 9000 gewachsen; beachtlich bei einer Einwohnerzahl von 16 000. Und weiter wird Banga zitiert: Am Anfang stehen Jobs, nicht schöne Wohnungen. Diese Lektion hat man im krisengebeutelten Grenchen gelernt. «Wenn ich spätabends nach Hause fahre und in den Fabriken Licht brennen sehe, bin ich glücklich.»
Kontaktiert wurde auch Nicolas Hayek junior, CEO von Swatch: Dass die ETA in Grenchen stehe, sei historisch bedingt, sagte Hayek. Im Unterschied zu Zürich, das von der Banken- und Versicherungsbranche lebe, sei Grenchen ein klassischer Industriestandort – mit allen Vor- und Nachteilen. Angesichts der internationalen Finanzkrise bleibe ihm mit Blick auf Zürich nur zu sagen: «Good luck!» Machs gut, Zürich! Das eigenwillige Städtchen am Jurasüdfuss hat dir eines voraus: Es hat seine grosse Krise schon hinter sich.
Hier können Sie den Artikel im NZZ-Folio nachlesen
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Tags: grenchen.net, image, industrie, zukunft









Gegen das hässliche Entlein zu kämpfen könnte schwieriger sein, als es für die Kampagnen zu nutzen. Die Verwunderung wird weitere Aufmerksamkeit erzeugen und mittelfristig zu Erkenntnis führen, dass Grenchen bereits auf dem Weg zum beeindruckenden Schwan ist.
Chapeau – Herr Egli!
Endlich jemand welcher ohne Vorurteil in die Uhrenstadt am Jurasüdfuss reist, sich alles anhört (ansieht) und realistisch niederschreibt. Mit ihrem Artikel über „das hässliche Entlein“ haben sie es geschafft, das wahre Gesicht von Grenchen wiederzugeben. Als Bewohner und Arbeiter von Grenchen haben sie mir aus dem Herzen gesprochen. Es tut schon weh, wenn man immer wieder auf die schlechte Rangierung in der Bilanz Rangliste angesprochen wird. Ja man wird sogar belächelt und keiner nimmt einem ernst, wenn man versuche die positiven Seiten und Vorzüge von Grenchen zu erläutern. Nun habe ich eine neu Möglichkeit erhalten meinen Worten gewicht zu verleihen, indem ich Ihren Text zum lesen weiterempfehle.
Merci!