(Susann Meister) – Stieg Larssons Buch „Verblendung“ ist der erste Band seiner „Millennium-Trilogie“ mit dem Wirtschaftsjournalisten Mikael Blomkvist und der Aussenseiterin Lisbeth Salander als genialem Ermittlerduo.
Die Geschichte: 1958 erhielt der Industrielle Hendrik Vanger von seiner Lieblingsnichte Harriet zum Geburtstag eine gepresste Blume hinter Glas. Seither bekommt er jedes Jahr eine neue Blüte. Nur: 1966 verschwand Harriet an einem turbulenten Nachmittag spurlos. Ihre Leiche wurde nie gefunden und Hendrik Vanger hat über all die Jahre nichts unversucht gelassen, das Verschwinden von Harriet aufzuklären.
Nun wendet er sich an Mikael Blomkvist, Journalist und Herausgeber des Magazins Millennium, und bittet ihn, unter dem Vorwand Vangers Biographie aufzuzeichnen, in den nächsten Monaten erneut zu recherchieren, was mit Harriet passiert sein könnte, denn er ist überzeugt, dass Harriet von jemandem aus der Familie ermordet wurde. Blomkvist hat gerade einen herben Rückschlag in seinem eigentlich sehr erfolgreichen Leben erlitten, er hat einen Prozess gegen den Finanzmagnaten Hans-Erik Wennerström verloren, man hat ihn vor Gericht blamiert und er muss nächstens für drei Monate ins Gefängnis. In dieser Situation sagt er zu und zieht in Vangers Gästehaus. Er beginnt sich mit der Familie Vanger auseinander zu setzen und merkt bald , dass die ganze Familie untereinander verfeindet ist.
Unterstützung erhält Blomkvist von der jungen Lisbeth Salander. Salander ist eine eigenartige junge Frau, sie war jahrelang in der Jugendpsychiatrie, steht unter Vormundschaft und ist voller Misstrauen der ganzen Welt gegenüber. Sie ist aber auch eine geniale Hackerin und findet Zugang zu allen Informationen.
Immer tiefer tauchen die beiden in die Familiengeschichte der Vangers ein. Sie finden Verbindungen der Familie zu den schwedischen Rechtsradikalen in der Vergangenheit und nähern sich Schritt für Schritt einem grausigen Geheimnis, wodurch auch sie in Gefahr geraten.
Ob das Rätsel um Harriet gelöst wird, sei hier nicht verraten.
Mein Eindruck: Der Roman besteht eigentlich aus mehreren Geschichten: die Geschichte Blomkvist-Wennerström, die Geschichte der Familie Vanger und Lisbeth Salanders Geschichte. Larsson widmet sich ausführlich dem Leben seiner Protagonisten. Er erzählt ihre Geschichte und damit entsteht eine Bindung zwischen Leser und Figuren, so bleibt es nicht bei oberflächlicher Spannung.
Die Geschichte um Mikael Blomkvist und Lisbeth Salander geht weiter in Larssons Büchern „Verdammnis“ und „Vergebung.“
Stieg Larsson, 1954 in Umeå, Schweden, geboren, war Journalist. Er galt als einer der führenden Experten für Rechtsextremismus und Neonazismus. Er gründete die Expo-Stiftung mit dem Ziel, die rassistischen und totalitären Organisationen und Aktivitäten in Schweden zu erforschen. Er war Vorsitzender der Stiftung und Herausgeber des Magazins EXPO. 2004 starb Larsson an einem Herzinfarkt. 2006 erhielt er posthum den Skandinavischen Krimipreis für „Verblendung“, welches ein Jahr zuvor bereits vom schwedischen Buchhandel zum besten Buch des Jahres gewählt worden war.
Stieg Larsson, Verblendung, Thriller
Verlag: Heyne
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453011813
ISBN-13: 978-3453011816
Das Buch ist in allen guten Buchhandlungen und bei Amazon erhältlich.
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