(Parzival Meister) – “Wer wegschaut – toleriert Gewalt!” Mit diesem Spruch auf Plakatwänden wird der Bürger auf seine Verpflichtung aufmerksam gemacht. Die Botschaft ist klar: Sieht man, wie jemand verprügelt wird, muss man helfen. Macht ja auch Sinn. Doch tut es das in der Praxis wirklich? Zwei Beispiele:
Der FC Wacker geriet nach dem Cupspiel gegen den FC Alle in die Schlagzeilen wegen der Massenschlägerei am Ende der Partie. Ich beziehe mich hier auf die Aussagen eines Wacker-Spielers, dem ich auch Glauben schenke. Nach ihm wurde ein Wacker-Spieler von einem Kicker der Gegner angegriffen. Natürlich eilten die Kollegen zur Hilfe. Jedoch taten dies auch die Kollegen des Gegners. Aus einer “Massenhilfe” wurde dann eine Massenschlägerei. Die Folge: Der FC Wacker wurde aus dem Cup ausgeschlossen.
Ein anderes Szenario spielte sich in Biel ab. Ein guter Kollege von mir war mit einem anderen Kumpel auf dem Heimweg von einer Party. Da sahen sie auf der Strasse einen Mann, der seine Frau verprügelte. Sie stoppten und wollten helfen. Der Typ rastete da aber noch mehr aus und prompt waren die beiden in eine Schlägerei verwickelt. Mit dem Typen, der seine Frau schlug, wurden sie zwar fertig doch dieser liess seine Wut anschliessend noch am Auto meines Kollegen aus. Das Gericht sprach ihn zwar schuldig und verpflichtete ihn, meinem Kollegen den Schaden zu bezahlen, doch von dem Geld hat er bis heute nichts gesehen. Die Reparatur hat er aus eigenem Sack bezahlt. Zudem sagte ihm der Richter, sie hätten am besten gar nicht angehalten.
Das sind zwar zwei unterschiedliche Beispiele, doch in beiden Fällen sind die Helfer am Ende die Idioten. Sie wären besser davon gekommen, hätten sie nicht eingegriffen.
Deshalb nochmals die Frage: Macht es in der Praxis Sinn, zu helfen? Ja, das tut es bestimmt. Aber man darf anscheinend nicht erwarten, dass die Hilfe auch honoriert wird.
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