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Thiels dritter Streich – im Salon Wohlfahrt

Andreas Thiel begeisterte das Grenchner Publikum. (Foto: Vinzenz Wyser)

(Thomas Hirsbrunner) Im Rahmen zweier Vorpremieren präsentierte der Satiriker Andreas Thiel am vergangenen Wochenende sein neues Programm „Politsatire 3“ in Grenchen. Angenehm ergänzt wurde sein Auftritt im Salon Wohlfahrt durch die beiden Musiker von „Les Papillons“.

„Muslime, Juden, Katholiken, ja sogar Protestanten sind lustig. Aber Atheisten sind nicht lustig“, gab Satiriker Andreas Thiel gleich zu Beginn seines Auftritts zu verstehen. Seine Erklärung folgte sogleich: „Wo nichts ist, kann man sich über nichts lustig machen.“ Der eigenen Aussage zum Trotz rücken in seinem Programm „Politsatire 3“ die Atheisten ins Zentrum des Schussfeldes seiner hart treffenden Wortwahl.

Weiter nimmt Andreas Thiel in seinem neuen Werk beinahe alle politisch aktuellen Themen und Personen ins Visier. Ob die Liberalisierung, die UNO oder der Bundesrat Samuel Schmid – Mit Samthandschuhen angefasst wird nichts und niemand.

Andreas Thiel warnte seine Zuhörer bereits vor dem Auftritt, dass dies ein „anstrengender Abend“ für sie werden würde. Obwohl diese Drohung natürlich in erster Linie ironisch gemeint war, hatte er damit nicht ganz unrecht. Seine Worte kamen so überlegt und mit einem derart hohen Intellekt daher, dass sich manch einer im Publikum das Gesagte zuerst noch einmal durch den Kopf gehen lassen musste, bevor die dahinter stehende Provokation erkannt werden konnte. So kam es im Salon Wohlfahrt nicht selten vor, dass die Lacher erst Sekunden nach der Pointe den Saal erfüllten.

Wie Andreas Thiel an der Vorpremiere in Grenchen offen zugab, befindet sich die „Politsatire 3“ noch im Endstadium ihrer Entwicklung. Das neue Werk, das unter dem Titel „What´s your name, Ursula“ steht, ist ein in 36 Akte gegliedertes Drama. Obwohl das Programm noch nicht gänzlich ausgereift ist und Andreas Thiel den Text noch nicht vollständig verinnerlicht hat, vermochte der Satiriker das Grenchner Publikum zu verzücken.

Andreas Thiel war allerdings nicht der einzige, der im ausverkauften Salon Wohlfahrt Grosses vollbrachte. Auch die beiden Musiker von „Les Papillons“ konnten das Publikum in ihren Bann ziehen. Der Geiger Giovanni Reber und der Pianist Michael Giertz, die Andreas Thiel bereits während der „Politsatire 1“ und der „Politsatire 2“ begleiteten, überzeugten mit musikalischen Einlagen auf höchstem Niveau.

Das Basler Duo begeisterte vor allem durch seine Vielseitigkeit. Ihre Stücke setzen die beiden Musiker aus verschiedenen, bekannten Liedern zusammen, die beinahe alle Gebiete der Musik abdecken. Von Klassik gingen die beiden fliessend in Jazz, Rock, bis hin zu Musik von aktuellen Hitparadenstürmern über.

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