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Traum vom Akutspital endgültig begraben – Verein “Pro Spital Grenchen” aufgelöst

Das Spital Grenchen wird kein Akutspital mehr werden. (Foto: Paul-Georg Meister)

(Paul-Georg Meister) – Nach fünf Jahren Tätigkeit, hat sich der Verein „Pro Spital Grenchen“ aufgelöst. Der Verein kämpfte für die Erhaltung eines Akutspitals in Grenchen. Der grösste Teil des Vorstandes sah aber gerade darin keinen Sinn mehr und wollte auch nicht Hand bieten zu einer Statutenänderung.
Die Vereinsziele waren klar: Der Verein „Pro Spital Grenchen“ setzte sich sich für die Erhaltung eines Akutspitals in Grenchen ein. Doch es kam anders: Die Notfallpforte wurde geschlossen und nach und nach baute die Solothurner Spitäler AG, welcher das Krankenhaus angehört, das Spital Grenchen nach seinen Wünschen und Vorstellungen um. Bis zum Jahr 2020 soll sich Grenchen, so die Pläne, zu einem Kompetenzzentrum für Altersmedizin positioniert haben.

An der letzten Generalversammlung, welche von 26 Personen besucht wurde, nun streckte der Verein die Waffen. Der Vorstand beantragte die Auflösung des Vereins. Aufgrund des von den Stimmberechtigten vor zwei Jahren angenommenen Spitalgesetzes habe sich die Spitallandschaft im Kanton Solothurn grundlegend verändert, argumentierte der Vorstand. Die Einflussnahme durch die Stimmberechtigten und durch das Parlament wurde massiv eingeschränkt.

Dadurch, dass Grenchen nun kein Akutspital mehr sei, müssten die Statuten des Vereins angepasst werden, doch die laufende Entwicklung sei kaum aufzuhalten. Und weiter argumentierte der Vorstand: Eine allfällige Privatisierung, auch wenn die diesbezüglichen Chancen zur Zeit als sehr gering eingestuft werden müssen, würde kaum den ursprünglichen Zielen den Vereins nentsprechen, denn auf bei einer Privatisierung käme wohl nur eine Spezialklinik ohne Akutversorgung in Frage.

Trotz einiger oppositioneller Voten folgte die Versammlung schliesslich dem Antrag des Vorstandes und stimmte mit nur sechs Gegenstimmen der Auflösung des Vereins zu. Auch ein Antrag von Kantonsrat Walter Schürch auf „Weiterführung auf Sparflamme“ um dem Kanton kein falsches Signal zu geben, fand keine Gnade.

Auch wenn der Verein nun aufgelöst werden, so sei der Kampf um das Spital Grenchen sei aber keineswegs sinnlos gewesen, betonte der Vorstand weiter. „Ohne unseren Kampf gäbe es den Standort Grenchen kaum mehr,“ ist man überzeugt, „heute sind die Arbeitsplätze gesichert und der Betrieb in unserem Spital läuft gut.“ Auch der Rettungsdienst funktioniere in Grenchen hervorragend und gewährleiste eine vorbildliche Intervention bei Notfällen. Zudem fühlten sich die Patientinnen und Patienten der jetzigen Abteilungen (vorwiegend Langzeitpflege) in Grenchen wohl.

Ein wenig enttäuscht von diesem Entscheid zeigte sich die Grenchner Kantonsrätin Barbara Banga, ehemalige Co-Präsidentin und Gründungsmitglied des Vereins. Ihrer Meinung nach hätte sich der Verein mit einer Statutenänderung auch in Zukunft für die für Grenchen relevanten Themen wie Notfälle, Rettungsdienst und Patiententransport einsetzen können und sollen.

Aber sie akzeptiert den demokratisch zustande gekommenen Entscheid: Der Verein sei in den letzten Monaten in eine Art Dornröschenschlaf gefallen, meinte sie. Es sei bedauerlich, dass man nicht mehr versucht habe, ihn wieder „wach zu küssen“, aber wahrscheinlich sei dies ehrlicher, als ihn einfach weiter schlafen zu lassen.

Das Vermögen des nun aufgelösten Vereins geht an die Spitex Grenchen.

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