(Philipp Zanatta) – Die Regionale Zivilschutzorganisation Grenchen führte einen Einsatz für die Betreuer im Altersheim Baumgarten in Bettlach durch. Bereits zum zweiten Mal können die „Orangen“ in diesem Jahr die Betreuung von Personen in diesem Altersheim üben. Neben der praktischen Übung für die Dienstleistenden ist es auch eine gerngesehene Abwechslung für die Heimbewohner.
Zivilschutz-Einsätze in Altersheimen sind nichts Neues. Die Zivilschutzorganisation Grenchen führt solche Einsätze schon über zehn Jahre in den Alterzentren Kastels und Am Weinberg durch. Für das Altersheim Baumgarten in Bettlach allerdings ist ein solcher Einsatz relativ neu. 2008 ist erst das zweiten Jahr, in welchem die orange gekleideten Herren ihren Einsatz absolvieren. „Als der Zivilschutz im September 2006 auf mich zukam, konnte ich mich sofort für diese Art von Zusammenarbeit begeistern“, erklärt die Heimleiterin Christine Affentranger. Sie habe schon in anderem Zusammenhang positive Erfahrungen mit dem Zivilschutz sammeln können.
Ein positiver Mehraufwand
Eine Zivilschutzwoche bringt der Heimleitung und dem Pflegepersonal nicht etwa Entlastung, sondern führt zu einem Mehraufwand. Ideensuche, Vorbereitung und Organisation sind aufwendig. Die Zivilschützer sind nicht da, um die Arbeiten des Pflegerinnen und Pfleger zu erledigen, sondern um die Bewohnerinnen und Bewohner zu betreuen. Ziel des Einsatzes, aus der Sicht der Heimleitung, ist ein bereicherndes Programm für die Heimbewohnerinnen und -bewohner. Die Zivilschützer sollen Erfahrungen sammeln und auf der persönlichen Ebene, der Beziehungsebene, etwas mitnehmen können. Dafür müssen sie ja auch viel geben. Nach dem Einsatz sollen sie das Altersheim mit anderen Augen sehen. Der Einsatz gesamthaft soll ein sinnvoller Beitrag und eine gute Woche für alle Beteiligten sein.
Die Pflegetätigkeiten gehören nicht zum Aufgabenbereich eines Zivilschützers. Wenn es sich ergibt, kann einmal ein Gang zur Toilette angesagt sein. Die Pflege gehört zu den Kernaufgaben des Heimpersonals. Das Eingeben von Frühstück und Mittagessen durch Zivilschützer erfolgt auf freiwilliger Basis. Der „normale“ Morgen umfasst Einsätze in unterschiedlichen Bereichen der Betreuung und Begleitung. Um elf Uhr ist Mithilfe beim Servieren, Eingeben und Abräumen des Mittagessens gefordert. Das besondere Wochenprogramm beinhaltet Ausflüge in die Einsiedelei, nach Twann und in den „Grüene Aff“ nach Altreu sowie ein gemeinsames Pizzabacken mit anschliessendem Nachtessen im Backhüsli in Bellach. Das Aktivierungsprogramm für die Daheimgebliebenen ist ein Spielnachmittag und das Zubereiten frischer Erdbeerkuchen zum gemeinsamen Z’vieri. Programme die nur dank der Mithilfe der Zivilschützer geleitet werden können.
Erhard Kocher, Heimbewohner, witzelte am Montagmorgen noch: „Diese Orangen – das sind doch die Holländer – die wurden ja an der Euro 08 heraus geschmissen und suchen jetzt hier einen Job!“ Die Abwechslung mit den Männern in Orange hat ihm gefallen.
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