(Anna Meister) – Ich geb’s ja zu: Ich bin schusselig. Ich vergesse alles, was man vergessen kann. Meine Freunde meinen, wenn mein Kopf nicht angewachsen wäre, würde ich den auch noch irgendwo liegen lassen.
Zum Beispiel wollte ich kürzlich ein Interview machen gehen. Dazu benötigt man einen Schreibblock, mindestens zwei Kugelschreiber (falls einer von beiden aufgibt und die geben oft mitten im Interview auf – Murphy’s Law) und nach Möglichkeit, wenn noch ein Foto gemacht werden soll, einen Fotoapparat. Und nun darf die werte Leserschaft raten, was ich vergessen habe … Mit dem Handy konnte ich ja kaum ein Foto von den Interviewpartnern schiessen, also blieb mir nichts anderes übrig als zurück zum Büro zu gehen und die Kamera zu holen.
Anyway, mein persönlich schlimmstes Schussel-Erlebnis war, als mein Freund und ich bei Freunden zum Fondue Chinoise eingeladen waren. Wir sollten, da sie das Fleisch besorgten, die Pommes Frites und ein paar Dips mitbringen. Wir kauften also zwei Kilogramm Pommes und drei Dips und wollten uns auf den Weg machen. Doch leider kam alles anders. Ein anderer Kumpel nahm uns mit (wir haben beide kein Auto) unter der Bedingung, dass wir ihn noch zu einer Freundin begleiten, die Geburtstag hatte. Tja, der Kumpel wollte dann die Party nicht verlassen und schmiss uns schliesslich völlig entnervt, weil unsere Einladung immer näher rückte, beim Bahnhof Olten raus. Von da aus nach Rüfenacht BE zu kommen ist nicht gerade einfach …
Wir stiegen also in einen Intercity ein, der von Olten über Bern nach Wiesbaden fuhr. Total gestresst und genervt fuhren wir nach Bern. Meine Freundin rief an und wies uns den Weg vom Bahnhof zum Tram von Bern nach Rüfenacht. Wir gaben Gas und kamen schliesslich vollkommen erschöpft bei der Tramhaltestelle an und setzten uns. Und da fiel uns auf: Die Pommes samt Dips waren weg …
Sollte also irgendein Bahnarbeiter in Wiesbaden einen Plastiksack mit zwei Kilo Pommes und drei Dips gefunden haben: Ich hoffe, es hat ihm gemundet!
P.S. Die beste Schusseligkeit hat mein Vater bewiesen, als er mit einem Komposteimer und einem Aktenkoffer sich auf den Weg zu einem Freund machte und bei der Sammelstelle den Koffer hingestellt hat. Der Freund muss ein ziemlich komisches Gesicht gemacht haben, als mein Vater einen Komposteimer auf den Tisch stellte …
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Tags: Kolumne, kompost, schusselig, vergessen, vergesslichkeit









Hallo Anna Meister
Es gibt gute Subliminal- und Affirmationstechniken.
Ich wünsche Ihnen alles Gute in Ihrer journalistischen Tätigkeit.