(Sabine Waelti) – Ich liebe mein Quartier. Bis auf eine einzige Sache: die Robidog-Säckli-Mafia.
Sie wissen nicht, was das ist? Nun, vor geraumer Zeit begannen bei uns einige der Hundehalterinnen und Hundehalter (einige von ihnen, nicht alle, wohlgemerkt!) mit einer rätselhaften Aktion, deren tieferen Sinn ich seither zu ergründen versuche.
Diese Leute zücken nämlich vorbildlich ihre Robidog-Säckli, wenn die Situation es erfordert. Ebenso brav heben sie das pfluderige Zeug auf. Dann aber tragen sie die pflichtbewusst zugeknoteten Säckli nicht zum nächsten Robidog-Kasten und auch nicht zum nächsten Mülleimer. Nein, sie schmeissen die Dinger auf die Strasse, und zwar genau dorthin, wo die Autos sie mit ihren Reifen platt walzen und die braune Brühe in alle Richtungen verteilen.
Was Ihnen passiert, falls Sie dann zufällig gerade auf dem Trottoir vorbeispazieren, brauche ich wohl kaum näher zu erläutern. Die Sache scheint System zu haben: Mittlerweile liegen bei uns auf fast jeder Strasse dutzende platt gedrückter Säckli oder was von ihnen übrig ist. Langsam begann ich mich zu fragen: Wenn die Leute zu faul sind, die Säckli zu entsorgen, warum nehmen sie dann den gruusigsten Teil der Sache – nämlich das Aufheben – trotzdem auf sich?
Vielleicht gehen sie nach dem Hänsel-und-Gretel-Prinzip vor und streuen diese Säckli, damit sie ganz sicher wieder den Weg zurück nach Hause finden? Oder will uns die Robidog-Säckli-Mafia eine besondere Botschaft vermitteln mit ihrer stillen (aber gar nicht unsichtbaren und ganz und gar nicht geruchlosen) Aktion?
Da erst fiel es mir auf: In meinem Quartier hat es gar keine Mistkübel! Ebenso fehlen die Robidog-Kästen.Vielleicht wurde beides zu oft zum Entsorgen von Hausmüll missbraucht und ist daher entfernt worden? Und vielleicht ist die Eimer-Knappheit der einzige Grund für das ominöse Treiben der Robidog-Säckli-Mafia? Wie auch immer: Die ganze Aktion ist und bleibt einfach igitt! Falls Ihnen das alles ganz und gar nicht bekannt vorkommt, hat dies einen Grund: Ich wohne nämlich nicht in Grenchen.
Und seit einiger Zeit freue ich mich nicht nur auf meine Grenchner Lieblingsmenschen und meine Grenchner Lieblingsplätze, wenn ich hierher zur Arbeit komme. Sondern auch darüber, hier Robidog-Säckli-Mafia-freie Zone zu betreten.








