(Joseph Weibel) – Beim Nutzfahrzeugverband ASTAG, Sektion Solothurn, geht eine Ära zu Ende. Der Bettlacher Unternehmer Ruedi Spielmann übergab an der Generalversammlung in Balsthal nach zehnjähriger präsidialer Tätigkeit symbolisch das Steuer an seinen Nachfolger Peter Eggenschwiler weiter. Spielmanns Vorgänger war übrigens sein Vater Hansruedi Spielmann, der dem Nutzfahrzeugverband ebenfalls während zehn Jahren vorstand.
1998 übernahm Ruedi Spielmann das Zepter beim Nutzfahrzeugverband ASTAG und führte die Solothurner Sektion mit viel Geschick und Elan durch eine für die Nutzfahrzeugbranche nicht immer leichte Zeit. In seine Ära fiel beispielsweise die Einführung der Leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe (LSVA), die sich mittlerweile zu einer massgeblichen fiskalen Belastung des Transportgewerbes entwickelt hat.
Es erfülle ihn mit Genugtuung, so Spielmann, dass die erneute geplante Erhöhung nun aktiv bekämpft werde. Seit 2005, stellte der Dachverband erst vor kurzem fest, verzeichne der Bund eine Überdeckung der externen Kosten des Strassenverkehrs. Im Gesetz werde diese Möglichkeit aber explizit ausgeschlossen. Die ASTAG Schweiz will, wenn nötig bis vor Bundesgericht gehen, um den Sachverhalt zu klären. In Anlehnung an die bevorstehende Fussball-EM agierte Ruedi Spielmann als Referee und verteilte gelbe und rote Karten. «Nur» eine Verwarnung gab es für den Kanton, weil er seine Verkehrsplanung nicht optimal abgestimmt habe. Als Stichworte erwähnte er den «unakzeptablen» Knoten Grenchen der A5 und die stehenden Lastwagen (und auch PW) auf der Rötibrücke in Solothurn.
Dem scheidenden Präsidenten Ruedi Spielmann erwiesen an der Generalversammlung rund 150 Personen die Ehre und verabschiedeten den gerührten Vorsitzenden entsprechend würdig. Spielmann hatte das Steuerrad des Verbandes nicht nur gut in der Hand, sondern erreichte in seiner Amtszeit, dass die Solothurner Sektion auch von politischer Seite immer mehr Gehör findet. Für seinen Nachfolger Peter Eggenschwiler (42), Unternehmer aus Balsthal, spurte Spielmann bereits vor. Unter anderem soll dieses Jahr der Ehrenkodex «SO-agreement» von den Beteiligten, Kantonspolizei Solothurn, Les Routiers Suisse (Solothurn) und der ASTAG, Sektion Solothurn verabschiedet und entsprechend durchgesetzt werden. Die Hauptziele von «SO-agreement» sind mehr Sicherheit im Strassenverkehr, umweltbewusstes Verhalten, Loyalität gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern und bewusste und umsichtige Einsatzplanung seitens der Transporteure.
Wie nutzt der Bettlacher Unternehmer Ruedi Spielmann die nach seinem Rücktritt gewonnenen Zeit? «Ich kann mich nun noch mehr um die Belange und Bedürfnisse des Grenchner Gewerbes kümmern», schmunzelt Spielmann, der seit Jahren auch den Grenchner Gewerbeverband (GVG) präsidiert.
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