(Anna Meister) – Ruedi und Benjamin Messer haben ihr Unternehmen an der Kirchstrasse 1 in Grenchen eröffnet. Der Raum ist freundlich eingerichtet, so freundlich wie es nun mal möglich ist, wenn ein Raum mit Särgen, Urnen und anderen Utensilien für eine Bestattung gefüllt ist.
Dennoch hat der Raum nichts Unheimliches an sich. Im Gegenteil, die Wände sind weiss gestrichen mit einem roten Streifen, auf welchem Bilder aufgehängt sind. Überall stehen Kerzenständer, direkt beim Eingangsbereich steht ein Sofa. „Uns geht es in erster Linie darum, dass sich die Kunden bei uns wohl fühlen“, sagt Ruedi Messer. „Wir möchten nicht, dass der Kunde in ein tristes Geschäft kommt.“
Ruedi Messer und sein Sohn Benjamin haben vor ihrem Umzug in Bellach gewirkt, nun hat es sie nach Grenchen verschlagen. Dies sei, so Ruedi Messer aus drei Gründen geschehen: „Erstens wollte ich für den Nachwuchs, sprich meinen Sohn etwas aufbauen, zweitens aus wirtschaftlichen Gründen und drittens, weil die Dienstleistungen, welche wir anbieten, für die Menschen wichtig sind.“
Bei Messer Bestattungen ist alles möglich. „Es beginnt schon beim ersten Gespräch“, so Messer senior, „entweder kommen die Kunden vorbei oder wir besuchen sie zu Hause.“ Sie übernehmen auch die Organisation für den Termine der Beerdigung, die Texte für die Trauerfeier, das Versenden der Leitzirkulare und so weiter. „Aber uns ist wichtig, dass auch persönliche Aspekte in der Feier vorhanden sind“, betont Messer. „Wenn zum Beispiel jemand gerne in der Natur wandern war, so kann man die Trauerfeier danach gestalten und zum Beispiel die Kirche mit Blättern ausstatten.“
Bunte Särge und Urnen
Zur Auswahl stehen einige Särge, von den einfachsten Kremiersärgen bis zu aufwändig verzierten Särgen für die Aufbahrung und Erdbestattung. Doch auch Sonderwünsche sind möglich. „Vorallem bei jungen Verstorbenen gibt es einen Trend, den Sarg nicht nur zu lackieren.“, sagt Benjamin Messer, „Bei uns sind fast alle Farben für den Sarg erhältlich. Vielleicht sind sie nicht auf Lager, doch wir bestellen sie sofort und sie sind innerhalb weniger Tage bei uns.“
Auch Urnen sind in allen Grössen, Farben und Formen erhältlich. „Wir führen Urnen aus Holz, Keramik und Metall und auch hier können sie individuell gestaltet werden.“, so Messer junior. „Uns ist es auch sehr wichtig, dass die Hinterbliebenen, wenn sie es denn wünschen, aktiv am Geschehen teilhaben.“, fügt sein Vater hinzu. So könnten die Verwandten zum Beispiel beim Ankleiden des Verstorbenen mithelfen.
Aktive Trauerarbeit
Doch auch nach der Trauerfeier sind Ruedi Messer und sein Team für die Hinterbliebenen da. Sie führen zum Beispiel zwei Trauergruppen, bei der sich die Trauernden mit anderen Leuten treffen können. Dabei können Erfahrungen ausgetauscht werden oder auch nur gemeinsam getrauert werden. Vor Kurzem wurden die zwei Gruppen (von denen die eine aus Leuten besteht, die erst vor Kurzem einen Menschen verloren haben und die andere aus Leuten, deren Verlust schon etwas weiter zurückliegt). „Dabei wurde den Teilnehmern der zweiten Gruppe bewusst, wie sehr sie sich entwickelt haben.“, sagt Ruedi Messer.
Vor allem sei ihm und seinem Team aber wichtig, dass der Tod nicht nur schwarz und grau sei, sondern auch farbig gestaltet werden kann. „Der Tod kann schliesslich in einigen Fällen auch eine Hoffnung sein“, so Messer weiter, „zum Beispiel die Hoffnung auf ein Wiedersehen im Jenseits, die Hoffnung auf Wiedergeburt, oder er kann auch eine Erlösung für den Verstorbenen sein.“
Pozwecks Weggang ein Grund
Natürlich sei die Pension des Grenchner Bestatters mitunter ein Grund gewesen, weshalb sich Messer und sein Team entschieden haben, nach Grenchen zu ziehen. Doch es sei auf jeden Fall nicht der einzige Grund gewesen. Für Ruedi Messer war es vor allem wichtig, dass sein Sohn, welcher übrigens in dritter Generation das Unternehmen eines Tages übernehmen soll, eine Existenz aufbauen kann. „Solange die Gemeindeversammlung noch nicht definitiv über das Aufheben des Monopols gestimmt hat, ist eh noch nichts zu 100 Prozent sicher.“ Doch Vater und Sohn sind optimistisch, dass die Gemeindeversammlung im Juni dafür stimmen wird.
Mehr Informationen: www.mementomori.ch
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