(Christina Meister) – Novemberschnee ist ein trauriges und ziemlich emotionales Buch. Es handelt von Freundschaft, die durch einen schlimmen Vorfall zu Feindschaft und Hass wird und sich nie wieder zu erholen scheint. Es ist eine traurige Geschichte über Geld und Macht. Es regt zum Denken an.
Die Geschichte: Lina Marx lebt mit ihren Eltern in einer kleinen Stadt in Deutschland. Lina hasst die schreckliche Kälte im November.
Sie und ihre beiden Freunde Jurij und Tom träumen von Australien. In ihrer Stadt haben die drei eine kleine leere Hütte gefunden, in der sie ihre Freizeit verbringen. Immer öfters reden sie davon, wie schön es wäre, in Australien zu leben. Dort wo es ein Meer hat und wo es warm ist.
Doch wie wollen sie sich ein Leben in Australien finanzieren? Alle drei gehen sie noch zur Schule und keiner von ihnen hat somit ein festes Einkommen. Durch ein Hirngespinst von Tom kommen sie auf eine Idee. Sie wollen die kleine Bank in ihrer Stadt ausrauben und mit dem Geld nach Australien verschwinden. Lina ist von Anfang an klar, dass sie das nur aus Spass planen.
Jurij besorgt ihnen schwarze Skimützen, in die sie Löcher für die Augen und den Mund schneiden. Sie kaufen sich Plastikpistolen, die sie schwarz sprayen, damit sie echt wirken. Sie planen alles bis ins kleinste Detail. Doch Lina weiss stets, dass sie nur Spass machen.
Dann kommt der Tag. Mit den Fahrrädern fahren sie zu der Bank. Während Jurij und Lina draussen warten, stürmt Tom hinein und bedroht die Angestellten mit einer Waffe. Sofort wird Lina klar, dass Tom die Plastikpistole mit einer echten Waffe vertauscht hat. Die Angestellten geben Tom das Geld und sie flüchten auf den Fahrrädern. Lina wird klar, dass aus dem harmlosen Spiel nun bitterer Ernst geworden ist.
Als Jurij mit dem Fahrrad stürzt und sich verletzt, klauen die drei ein Auto. Drei Tage lang sind sie auf der Flucht vor der Polizei. Sie kommen zu einer alten Hütte, in der sie sich verstecken wollen.
Da es November ist und es Schnee hat, frieren sie. Sie haben kein Essen und keine Decken. Jurijs Zustand wird zunehmend schlechter, sodass Tom sich von ihm behindert fühlt für die Reise nach Australien. Tom entscheidet sich für eine schlimme Massnahme, nach der Lina bewusst wird, dass sie nun nicht nur im Falle eines Bankraubes schuldig gemacht hat.
Mein Eindruck: Das Buch ist auf der Sicht von Linas Anwalt geschrieben. Lina erzählt ihm die ganze Geschichte und wie es zu dem schrecklichen Vorfall kam. Es ist in klarer und deutlicher Sprache geschrieben, sodass es gut verständlich ist. Das Buch hat mir sehr gut gefallen, die Geschichte ist spannend und beeindruckend, ab und zu sehr traurig. Die Gedanken von Lina und ihr Eindruck zu dem Fall sind sehr tragisch. Man merkt, dass ihr lange nicht einmal bewusst ist, wie schlimm ihr Verbrechen ist.
Jürgen Banscherus ist 1949 in Remscheid geboren. Er war Journalist und wurde 1989 freier Schriftsteller. Seine Kinder- und Jugendbücher wurden oft ausgezeichnet und in neun Sprachen übersetzt. Er schrieb ebenfalls die Bücher, „Kwiatkowski spannende Fälle“ und „Die Warnung“.
Das Buch ist bei Amazon und im Buchhandel erhältlich.
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