(Parzival Meister) – Kommende Woche wird sich meine Freundin in eine Schlange winkender Mütter einreihen und einem Car einen Luftkuss hinterher schicken. Denn in diesem Car sitze ich.
Und der Grund, wieso neben ihr (fast) nur Eltern sein werden, ist das Alter meiner Mitreisenden. Über 50 Schüler der dritten Bez begleiten mich. Oder besser gesagt: Ich begleite sie in ihr Schneesportlager in Saas Grund und werde ihnen da einige Tricks auf dem Snowboard beibringen.
Jedenfalls versuche ich das. Wirklich viel Übung hatte ich in letzter Zeit nämlich nicht. Da ich im letzten Winter im fernen Australien am Strand lag, schaffte ich es gerade mal einen halben Tag aufs Brett. Na ja, ich war zwar surfen, aber das ist irgendwie nicht dasselbe.
Heuer ging es mir nicht besser. Irgendwie ist es mir nicht gelungen – fehlende Ferien und üble Finanzlage – ein paar Tage in den Bergen zu verbringen und mich an die Piste zu gewöhnen. Immerhin war ich einen halben Tag in Zermatt unterwegs und ein paar Stunden auf dem Grenchenberg lagen auch noch drin. Dies hat gerade so gereicht, mich an mein neues Snowboard zu gewöhnen.
Doch obwohl meine Technik ein wenig eingerostet ist und mein Körper so einige Verrenkungen nur widerstrebend mitmachen wird, habe ich keine Angst, mit den jungen Wilden nicht mithalten zu können. Snowboarden ist wie Fahrradfahren: Das verlernt man nie!
Und falls mir die Schüler – die immerhin gerade zwei Wochen Sportferien hinter sich haben – trotzdem um die Ohren fahren, habe ich mir da schon etwas ausgedacht. Verantwortungsvoll wie ich bin, lasse ich alle vor mir den Hang runter sausen. So kann ich (offiziell) die Fähigkeiten jedes einzelnen Schülers in Augenschein nehmen und dabei den Überblick bewahren. Zufälligerweise (inoffiziell) bietet sich mir dabei die Möglichkeit, unbeobachtet wieder in Schwung zu kommen. Und damit ich der Gruppe noch hinterher komme (inoffiziell), appelliere ich an die Vernunft der Schüler, es am Anfang langsam anzugehen (offiziell).
Nun hoffe ich, dass Junge tatsächlich keine Zeitung lesen. Ansonsten wird mein Einwärmen nämlich offiziell zur Blamage.
Ähnliche Beiträge
Tags: grenchenberg, Kolumne, skifahren, skilager, snowboard








